Die Tagung wendet sich an Vorsitzende Richterinnen und Richter aller Gerichtsbarkeiten.
Die Führung von Spruchkörpern, die mit unabhängigen Richterinnen und Richtern besetzt sind, ist eine besondere Herausforderung. Sie ist nicht hierarchisch verankert; auf dienstrechtliche Sanktionen kann nicht zurückgegriffen werden. Hinzu kommt, dass den Vorsitzenden der Spruchkörper regelmäßig auch gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des nichtrichterlichen Dienstes disziplinar- und personalrechtliche Befugnisse fehlen.
Dennoch stehen die Vorsitzenden in der Verantwortung, den Richterinnen und Richtern im Spruchkörper und den Mitarbeitenden im nichtrichterlichen Dienst Aufgaben übertragen zu müssen und sie für die gemeinsame Zielerreichung zu motivieren.
Es ist deshalb eine besondere Art der Führung erforderlich, die man als laterales Führen bezeichnen kann. Sie bedarf vor allem einer tragfähigen Beziehung zwischen den Mitgliedern des Spruchkörpers. Das hierfür notwendige Vertrauen gründet sich auf Wertschätzung, Empathie sowie die Transparenz und Authentizität eigenen Handelns, welche in erster Linie durch eine entsprechende Gestaltung der Interaktion vermittelt wird.
Auf diesem Hintergrund werden folgende thematische Schwerpunkte behandelt:
• Gestaltung und Organisation von Arbeitsabläufen
• Kommunikation und Gesprächskultur im Spruchkörper
• Beziehungsgestaltung und Motivation
• Umgang mit internen Konflikten
Neben Impulsreferaten stehen der kollegiale Austausch und die Reflexion eigenen (Führungs-) Verhaltens im Vordergrund. An praxisnahen Beispielen können die vermittelten Inhalte in Rollentrainings eingeübt werden.