Skip to content

Virtual Reality in der Gerichtsverhandlung

Tagungsnr.: 21b
Veranstaltende JV: Nordrhein-Westfalen
Tagungsort: Trier
Datum: 29.06.2026 - 02.07.2026
 

Die Tagung wen­det sich an Rich­te­rin­nen und Rich­ter aller Gerichts­bar­kei­ten sowie Staats­an­wäl­tin­nen und Staatsanwälte.
„Vir­tu­al Rea­li­ty“ ist im All­tag der Men­schen ange­kom­men – im pri­va­ten Bereich tau­chen Gamer in fan­tas­ti­sche Wel­ten ab; Fach­ar­bei­ter wer­den in VR-Simulationen geschult; Mak­ler bie­ten vir­tu­el­le Besich­ti­gun­gen an. Auch für Gerichts­ver­fah­ren erge­ben sich durch VR neue Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten. Ers­te Anwen­dungs­fäl­le gibt es bereits: Am 7.7.2022 „beging“ ein Vor­sit­zen­der Rich­ter vom Sit­zungs­saal aus mit einer VR-Brille den Tat­ort der „Polizisten-Morde von Kus­el“. In ähn­li­cher Wei­se ging das Land­ge­richt Det­mold vor, das einen ehe­ma­li­gen Wach­mann im KZ Auschwitz-Birkenau wegen Bei­hil­fe zum Mord in 170.000 Fäl­len ver­ur­teil­te. Im vor­an­ge­hen­den Ermitt­lungs­ver­fah­ren hat­te das Baye­ri­sche LKA eine VR-Nachbildung des KZ ange­fer­tigt, um nach­voll­zie­hen zu kön­nen, ob der Ange­klag­te von den am Rand des Lagers befind­li­chen Wach­tür­men in das Lager­in­ne­re hat­te schau­en kön­nen. Im LKA NRW wird eine sog. VR-CAVE errich­tet, die das vir­tu­el­le Ein­tau­chen in rea­le Tat­or­te zur Auf­klä­rung von Straf­ta­ten ermög­licht. Vie­le wei­te­re Anwen­dungs­fäl­le sind denkbar.
Die Tagung soll die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen und die prak­ti­sche Anwen­dung von „Vir­tu­al Rea­li­ty“ in Gerichts­ver­hand­lun­gen beleuch­ten. Zudem wer­den die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer in einem vir­tu­el­len Gerichts­saal einen mit ChatGPT gekop­pel­ten Zeu­gen ver­neh­men und wei­te­re VR-Anwendungen – die u.a. das LKA NRW am Tagungs­ort errich­ten wird – aus­pro­bie­ren können.