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Psychologische Rhetorik und andere Urteilseinflüsse vor Gericht

Tagungsnr.: 20a
Veranstaltende JV: Baden-Württemberg
Tagungsort: Trier
Datum: 14.06. - 18.06.2027
 
Die Tagung wen­det sich an Rich­te­rin­nen und Rich­ter aller Gerichts­bar­kei­ten, an Staats­an­wäl­tin­nen und Staats­an­wäl­te sowie Amts­an­wäl­tin­nen und Amts­an­wäl­te. Im Zen­trum der Ver­an­stal­tung steht eine psy­cho­lo­gisch fun­dier­te Aus­ein­an­der­set­zung mit Ein­fluss­fak­to­ren auf Kom­mu­ni­ka­ti­on und rich­ter­li­che Ent­schei­dungs­fin­dung. Behan­delt wer­den unter ande­rem Wahr­neh­mungs­pro­zes­se und typi­sche Ver­zer­run­gen bei der Beur­tei­lung von Zeu­gen und ande­ren Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten, die Gestal­tung und Dyna­mik von Befra­gungs­si­tua­tio­nen sowie das Erken­nen von Falsch­aus­sa­gen. Auf der Grund­la­ge ver­ba­ler und non­ver­ba­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on wer­den Ele­men­te psy­cho­lo­gi­scher Rhe­to­rik her­aus­ge­ar­bei­tet: Wie wir­ken Wort­wahl, Auf­bau und Struk­tu­rie­rung von Rede­bei­trä­gen, Kör­per­spra­che und emo­tio­na­ler Ton auf den Ver­fah­rens­ver­lauf und auf rich­ter­li­che Urtei­le? Vie­le aus der klas­si­schen Rhe­to­rik bekann­te Wirk­ele­men­te wer­den dabei aus Sicht der psy­cho­lo­gi­schen For­schung auf­ge­grif­fen und im Hin­blick auf ihre Bedeu­tung für Urteils­pro­zes­se im Gerichts­kon­text beleuch­tet. Ergän­zend wer­den Urteils­heu­ris­ti­ken, kogni­ti­ve Ver­zer­run­gen und wei­te­re psy­cho­lo­gi­sche Ein­fluss­fak­to­ren vor­ge­stellt, die Ent­schei­dun­gen im gericht­li­chen Kon­text mit­prä­gen. Ein beson­de­rer Schwer­punkt liegt auf der Selbst­re­fle­xi­on der eige­nen Entscheidungs- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mus­ter. Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer aus der Rich­ter­schaft set­zen sich mit der Wir­kung ihres Ver­hal­tens auf den Ver­lauf des Ver­fah­rens aus­ein­an­der; für Teil­neh­men­de der Staats- und Amts­an­walt­schaft wird zudem beleuch­tet, wie ihr Auf­tre­ten und ihre Argu­men­ta­ti­on in die rich­ter­li­che Urteils­bil­dung ein­flie­ßen kön­nen. Theo­re­ti­sche Inputs, prak­ti­sche Übun­gen und ein indi­vi­du­el­les Video­feed­back ermög­li­chen es den Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern, ihr eige­nes kom­mu­ni­ka­ti­ves Ver­hal­ten und ihre Bewer­tungs­pro­zes­se zu ana­ly­sie­ren und ihre Sen­si­bi­li­tät für psy­cho­lo­gi­sche Ent­schei­dungs­fak­to­ren im Gerichts­ver­fah­ren zu schärfen.