Die Gestaltung kindschaftsrechtlicher Verfahren in Fällen elterlicher Partnerschaftsgewalt


Tagungsnr.: 34b
Veranstaltende JV: Saarland
Datum: 13.11.2023 - 17.11.2023

Die Tagung wendet sich vorrangig an Richterinnen und Richter der ordentlichen Gerichtsbarkeit, die mit Familiensachen befasst sind.
Elterliche Partnerschaftsgewalt ist als Indikator potenzieller Kindeswohlgefährdung zu werten. Die interdisziplinäre Tagung beleuchtet Art und Umfang der kindlichen Schädigungen aus entwicklungspsychologischer, medizinischer sowie kinderpsychiatrischer Sicht, zeichnet Heilungsbedingungen auf und setzt diese in Bezug zu den materiell- und verfahrensrechtlichen Anforderungen im familiengerichtlichen Verfahren, insbesondere zu den Regelungen der elterlichen Sorge, des Umgangs, des Beschleunigungs- sowie des Einvernehmensgebots. Für den kollegialen Erfahrungsaustausch steht ausreichend Raum zur Verfügung.
Im Einzelnen werden die folgenden Aspekte erörtert:
  • Ausmaß und Art kindlicher Schädigung durch elterliche Partnerschaftsgewalt
  • Kriterien und Verfahren zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung
  • Die Bedeutung kindlicher Bindung für Traumatisierung und Heilung
  • Auswirkungen (kinder-)therapeutischer Behandlung auf die Aussagetüchtigkeit bzw. -verwertbarkeit
  • Befragungstechniken der richterlichen Exploration von Kindern zu belastenden Themen
  • Auswirkungen der Partnerschaftsgewalt auf die Eltern als Sorge- und Umgangsberechtigte bzw. -begehrende
  • Die Gestaltung von Sorge- und insbesondere Umgangsregelungen vor dem Hintergrund der dargestellten neuesten Erkenntnisse aus psychologischer, pädagogischer und medizinischer Forschung
  • Die Vereinbarung von Gewaltschutz und Kinderschutz
  • Soziale Trainingskurse für Partnerschaftsgewalt ausübende Elternteile zur Förderung der Erziehungsfähigkeit.

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