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Primus inter pares - Die Führung von gerichtlichen Spruchkörpern

Tagungsnr.: 16a
Veranstaltende JV: Nordrhein-Westfalen
Tagungsort: Trier
Datum: 10.05. - 14.05.2027
 

Die Tagung wen­det sich an Vor­sit­zen­de Rich­te­rin­nen und Rich­ter aller Gerichtsbarkeiten.
Die Füh­rung von Spruch­kör­pern, die mit unab­hän­gi­gen Rich­te­rin­nen und Rich­tern besetzt sind, ist eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung. Sie ist nicht hier­ar­chisch ver­an­kert; auf dienst­recht­li­che Sank­tio­nen kann nicht zurück­ge­grif­fen wer­den. Hin­zu kommt, dass den Vor­sit­zen­den der Spruch­kör­per regel­mä­ßig auch gegen­über den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern des nicht­rich­ter­li­chen Diens­tes disziplinar- und per­so­nal­recht­li­che Befug­nis­se fehlen.
Den­noch ste­hen die Vor­sit­zen­den in der Ver­ant­wor­tung, den Rich­te­rin­nen und Rich­tern im Spruch­kör­per und den Mit­ar­bei­ten­den im nicht­rich­ter­li­chen Dienst Auf­ga­ben über­tra­gen zu müs­sen und sie für die gemein­sa­me Ziel­er­rei­chung zu motivieren.
Es ist des­halb eine beson­de­re Art der Füh­rung erfor­der­lich, die man als late­ra­les Füh­ren bezeich­nen kann. Sie bedarf vor allem einer trag­fä­hi­gen Bezie­hung zwi­schen den Mit­glie­dern des Spruch­kör­pers. Das hier­für not­wen­di­ge Ver­trau­en grün­det sich auf Wert­schät­zung, Empa­thie sowie die Trans­pa­renz und Authen­ti­zi­tät eige­nen Han­delns, wel­che in ers­ter Linie durch eine ent­spre­chen­de Gestal­tung der Inter­ak­ti­on ver­mit­telt wird.
Auf die­sem Hin­ter­grund wer­den fol­gen­de the­ma­ti­sche Schwer­punk­te behandelt:
• Gestal­tung und Orga­ni­sa­ti­on von Arbeitsabläufen
• Kom­mu­ni­ka­ti­on und Gesprächs­kul­tur im Spruchkörper
• Bezie­hungs­ge­stal­tung und Motivation
• Umgang mit inter­nen Konflikten
Neben Impuls­re­fe­ra­ten ste­hen der kol­le­gia­le Aus­tausch und die Refle­xi­on eige­nen (Führungs-) Ver­hal­tens im Vor­der­grund. An pra­xis­na­hen Bei­spie­len kön­nen die ver­mit­tel­ten Inhal­te in Rol­len­trai­nings ein­ge­übt werden.