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Schiedsverfahren – Inspirationsquelle für staatliche Gerichte?

Tagungsnr.: 06c
Veranstaltende JV: Bund
Tagungsort: Wustrau
Datum: 15.02. - 19.02.2027
 

Die Tagung rich­tet sich an Zivil­rich­te­rin­nen und Zivil­rich­ter, die sich für die Schieds­ge­richts­bar­keit und ihre Berüh­rungs­punk­te mit dem Zivil­pro­zess inter­es­sie­ren.
In der Schieds­ge­richts­bar­keit haben sich Ver­fah­rens­schrit­te und Usan­cen aus­ge­bil­det, die mög­li­cher­wei­se auch für Ver­fah­ren vor den staat­li­chen Gerich­ten frucht­bar gemacht wer­den kön­nen Nach­dem im Jahr 2025 das Justizstandort-Stärkungsgesetz in Kraft getre­ten ist, sind in meh­re­ren Bun­des­län­dern Com­mer­cial Courts und Cham­bers geschaf­fen wor­den, die z.B. Ver­fah­ren auf Eng­lisch füh­ren kön­nen, in der Regel einen Orga­ni­sa­ti­ons­ter­min durch­füh­ren und vor denen ein Wort­pro­to­koll geführt wer­den kann. Gera­de in die­sen Spruch­kör­pern täti­ge oder sich für die­se inter­es­sie­ren­de Rich­te­rin­nen und Rich­ter kön­nen von Erfah­run­gen aus der schieds­ge­richt­li­chen Pra­xis mit sol­chen Gepflo­gen­hei­ten pro­fi­tie­ren. Aber auch ande­re Spruch­kör­per kön­nen sich in ihrer Ver­fah­rens­füh­rung schieds­ver­fah­rens­recht­li­che Ele­men­te zunut­ze machen.
Die Ver­an­stal­tung führt zunächst in die Schieds­ge­richts­bar­keit samt ihren Schnitt­stel­len zu den staat­li­chen Gerich­ten ein. Dabei wer­den auch Mög­lich­keit und Gren­zen einer Schieds­rich­ter­tä­tig­keit als Neben­tä­tig­keit von Zivil­rich­te­rin­nen und Zivil­rich­tern erör­tert. Sodann wer­den im Dia­log der bei­den Streit­schlich­tungs­op­tio­nen Fra­gen der Ver­fah­rens­ge­stal­tung vor staat­li­chen Gerich­ten und Schieds­ge­rich­ten auf der Grund­la­ge von Recht und Pra­xis dis­ku­tiert, bei­spiels­wei­se die Struk­tu­rie­rung von Ver­fah­ren, der Umgang mit „Groß­ver­fah­ren“, die För­de­rung ein­ver­nehm­li­cher Streit­bei­le­gung oder der mög­li­che Ein­satz von IT-Infrastruktur. Abschlie­ßend soll in einer offe­nen Dis­kus­si­on her­aus­ge­ar­bei­tet wer­den, ob und inwie­weit Tech­ni­ken der Schieds­ge­richts­bar­keit für den Zivil­pro­zess nutz­bar gemacht wer­den kön­nen.
Die aktu­ell lau­fen­de Geset­zes­re­form des deut­schen Schieds­ver­fah­rens­rechts und das vor­aus­sicht­li­che Inkraft­tre­ten der neu­en Rege­lun­gen Ende 2026 oder Anfang 2027 dürf­ten neue Impul­se für die Ver­an­stal­tung lie­fern, bei der mit­un­ter auch die Neu­re­ge­lun­gen bespro­chen wer­den könn­ten.
Für die Tagung sol­len als Refe­ren­tin­nen und Refe­ren­ten erfah­re­ne Rich­te­rin­nen und Rich­ter sowie füh­ren­de Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Schieds­ge­richts­bar­keit in Deutsch­land gewon­nen werden.

Die­se Tagung wird auch im Rah­men des Euro­pean Judi­cial Trai­ning Net­work (EJTN) aus­ge­schrie­ben. Sie ist in beson­de­rem Maße auch für aus­län­di­sche Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer geeignet.