„Zukunft der Justiz – Justiz der Zukunft“: Bundesweiter Austausch junger Richter in der Tagungsstätte Trier
Welche Anforderungen stellt die Zukunft an richterliches Handeln, wie verändert künstliche Intelligenz die Spruchpraxis und wie positioniert sich die Justiz in einer digitalisierten Öffentlichkeit? Vom 12. bis 14. August 2026 war die Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie Schauplatz einer richtungsweisenden Tagung: Über 130 junge Richter und Assessoren aus dem gesamten Bundesgebiet kamen unter dem Titel „Zukunft der Justiz – Justiz der Zukunft“ zusammen, um zentrale Zukunftsfragen des Richterberufs und der dritten Gewalt zu diskutieren.
Die Veranstaltung knüpfte an den auf Initiative der Präsidentinnen und Präsidenten der Oberlandesgerichte, des Kammergerichts, des Bayerischen Obersten Landesgerichts und des Bundesgerichtshofs 2024 in Recklinghausen begründeten bundesweiten Austausch an. Das Format wurde dieses Mal unter Federführung des OLG Koblenz fortgeführt.
Im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung standen der intensive Dialog und die Vernetzung der Nachwuchskräfte untereinander sowie der unmittelbare Austausch auf Augenhöhe mit den Präsidentinnen und Präsidenten von acht Oberlandesgerichten.
Zur Eröffnung unterstrich der Präsident des Oberlandesgerichts Koblenz, Thomas Henrichs, das Ziel des Formats: Den jungen Kollegen ein offenes Forum zu bieten und ihre Perspektiven aktiv in die zukünftige Gestaltung der Justiz einzubinden. Anschließend richtete der rheinland-pfälzische Minister der Justiz und für Verbraucherschutz, Dr. Helmut Martin, sich in einem Grußwort an das Plenum. Er betonte die unverzichtbare Rolle einer engagierten, werteorientierten Richterschaft für die Resilienz des Rechtsstaates und appellierte an den Nachwuchs, Veränderungsprozesse aktiv mitzugestalten.
Unter der Moderation des Journalisten und Volljuristen Dr. Philip Raillon brachten die Nachwuchsjuristen ihre Vorstellungen, Erwartungen und auch kritische Impulse auf dem Podium und via digitaler Live-Votings direkt in die Plenumsdiskussionen ein. Der anschließende Austausch mit den OLG-Präsidenten verdeutlichte, dass Themen wie moderne Rahmenbedingungen beim Berufseinstieg, der technologische Wandel und die Wahrung richterlicher Unabhängigkeit unter öffentlicher Beobachtung die junge Generation bundesweit gleichermaßen bewegen.
Anschließend setzten sich die Teilnehmer mit drängenden Kernfragen des richterlichen Alltags und der Zukunft des Berufsstandes in 6 Arbeitsgruppen auseinander.
Am Ende der drei Tage zogen Organisatoren und Teilnehmer ein einhelliges Fazit: Die Tagung war ein voller Erfolg. Neben dem fachlichen Erkenntnisgewinn und den zahlreichen praxisrelevanten Impulsen überzeugte das Treffen vor allem durch seine lebendige, offene Atmosphäre. Der direkte Gedankenaustausch über Ländergrenzen hinweg hat nicht nur fachlich bereichert, sondern allen Beteiligten spürbar Freude bereitet und wertvolle neue Perspektiven für die tägliche richterliche Arbeit eröffnet.