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Robe inside out - Das ICH in der Robe (Nachfolge: "Der MENSCH in der Robe")

Tagungsnr.: 38c
Veranstaltende JV: Nordrhein-Westfalen
Tagungsort: Wustrau
Datum: 06.12.2026 - 11.12.2026
 

Die Tagung wen­det sich an Rich­te­rin­nen und Rich­ter aller Gerichts­bar­kei­ten, an Staats­an­wäl­tin­nen und Staats­an­wäl­te sowie an Amts­an­wäl­tin­nen und Amtsanwälte.
Jeder Mensch sam­melt im Lau­fe sei­nes Lebens- und Berufs­we­ges Erfah­run­gen, eig­net sich Gewohn­hei­ten, Ver­hal­tens­mus­ter, Wer­te und Ein­stel­lun­gen an, die sein Bild der Wirk­lich­keit beein­flus­sen und damit sei­ne inne­re Land­kar­te zeich­nen. Unse­re Sozia­li­sa­ti­on prägt uns und wirkt damit – meist unbe­wusst – in das eige­ne beruf­li­che Han­deln hinein.
Zugleich bestim­men Neu­tra­li­tät, Unpar­tei­lich­keit und unab­hän­gi­ges Han­deln das beruf­li­che Selbst­ver­ständ­nis der Justiz.
Um die­sen pro­fes­sio­nel­len Anspruch gerecht wer­den zu kön­nen, ist ein regel­mä­ßi­ger Persönlichkeits-Check unab­ding­bar: Erst die Ana­ly­se der inne­ren Wirk­me­cha­nis­men ermög­licht es, sich der eige­nen Stär­ken und Schwä­chen bewusst zu wer­den, sie gezielt ein­zu­set­zen bezie­hungs­wei­se sich davon zu befrei­en und sich damit zugleich kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Nur wer sei­ne Ein­stel­lun­gen, Wer­te, Vor­ur­tei­le und Gren­zen erkennt, kann unter­be­wusst wir­ken­den Pro­zes­sen ent­ge­gen­tre­ten und ist damit in der Lage, gerech­te­re und effek­ti­ve­re Ent­schei­dun­gen zu treffen.
Doch obwohl die­se selbst­re­fle­xi­ve Aus­ein­an­der­set­zung mit dem ICH in der Robe wesent­li­cher Bestand­teil der eige­nen Pro­fes­sio­na­li­tät ist, fris­tet sie im juris­ti­schen All­tag doch häu­fig ein Schattendasein.
Dies will die vor­lie­gen­de Tagung ändern und den Teil­neh­men­den die Gele­gen­heit und den Raum bie­ten, sich selbst in den Fokus zu neh­men. Es wird die Mög­lich­keit gege­ben, die Hin­ter­grün­de und Ursprün­ge des eige­nen Erle­bens und Ver­hal­tens zu iden­ti­fi­zie­ren sowie Antei­le der eige­nen Per­sön­lich­keit näher zu beleuch­ten. Es wer­den Impul­se gege­ben, um das eige­ne Den­ken, Füh­len und Han­deln zu hin­ter­fra­gen und zu optimieren.
Da eine Intro­spek­ti­on nicht allein durch Vor­trä­ge gesche­hen kann, basiert die Ver­an­stal­tung vor­ran­gig auf Selbst­er­fah­rung und Selbst­er­le­ben. Das Ange­bot umfasst mit­hin auch kör­per­ori­en­tier­te und medi­ta­ti­ve Übun­gen, so dass neben der Bereit­schaft, sich auf grup­pen­dy­na­mi­sche Pro­zes­se ein­zu­las­sen, auch das Inter­es­se und der Mut vor­aus­ge­setzt wer­den, die eige­ne Kom­fort­zo­ne zu verlassen.