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Wehrmachtsjustiz

Tagungsnr.: 27b
Veranstaltende JV: Nordrhein-Westfalen
Tagungsort: Trier
Datum: 21.09.2026 - 25.09.2026
 

Die Tagung wen­det sich an Rich­te­rin­nen und Rich­ter aller Gerichts­bar­kei­ten sowie an Staats­an­wäl­tin­nen und Staatsanwälte.
Die Natio­nal­so­zia­lis­ten führ­ten die 1920 abge­schaff­te Mili­tär­jus­tiz zum 1. Janu­ar 1934 wie­der ein. Ihr waren nicht nur Sol­da­ten und Beam­te der Wehr­macht unter­wor­fen, son­dern auch zum Teil deut­sche Wider­stands­kämp­fe­rin­nen und Wider­stands­kämp­fer sowie die Zivil­be­völ­ke­rung in den besetz­ten Gebie­ten. Auch nach dem Ende des Krie­ges und in Kriegs­ge­fan­gen­schaft haben zahl­rei­che Kriegs­ge­rich­te ihre Tätig­keit fort­ge­führt. Die Wehr­macht­ge­rich­te waren in die mili­tä­ri­sche Orga­ni­sa­ti­on ein­ge­glie­dert, ihre Gesamt­zahl bis 1945 umfass­te mehr als 1.000. Im Lau­fe der natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Schre­ckens­herr­schaft wur­den die ent­spre­chen­den gesetz­li­chen Rege­lun­gen viel­fach erwei­tert und ver­schärft, dies gip­fel­te in der Errich­tung soge­nann­ter „Flie­gen­der Stand­ge­rich­te“. Deren Urtei­le konn­ten nur auf Frei­spruch oder Tod lau­ten, die­se Gerich­te wur­den von einem Exe­ku­ti­ons­kom­man­do zur sofor­ti­gen Urteils­voll­stre­ckung beglei­tet. Die Wehr­macht­jus­tiz ist letzt­lich ver­ant­wort­lich für min­des­tens 30.000 Todes­ur­tei­le gegen­über deut­schen Sol­da­ten und ver­häng­te damit weit­aus mehr Todes­ur­tei­le als der berüch­tig­te Volks­ge­richts­hof und die Son­der­ge­rich­te zusam­men. Bekann­tes­ter natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Mili­tär­ju­rist dürf­te der ehe­ma­li­ge Minis­ter­prä­si­dent von Baden-Württemberg Hans Fil­bin­ger sein, aber auch vie­le wei­te­re blie­ben weit­ge­hend von straf­recht­li­cher Ver­fol­gung ver­schont und konn­ten viel­fach ihr Wir­ken in der bun­des­deut­schen Nach­kriegs­jus­tiz – teils mit Kar­rie­re­sprün­gen – unge­hin­dert fortsetzen.
Die Tagung befasst sich mit der Geschich­te der Wehr­macht­ge­richts­bar­keit, neben den Vor­trä­gen ist zudem eine ein­tä­gi­ge Exkur­si­on vorgesehen.