Zwischen Recht und Unrecht – Deutsche Justizgeschichte im 20. Jahrhundert


Tagungsnr.: 23d
Veranstaltende JV: Nordrhein-Westfalen
Datum: 01.09.2019 - 06.09.2019

Die Tagung wendet sich an Richterinnen und Richter aller Gerichtsbarkeiten sowie an Staatsanwältinnen und Staatsanwälte. Ihre Arbeit stellt Juristinnen und Juristen oft vor Entscheidungen, die die Grundlagen des Verständnisses von Recht und Unrecht berühren. Anpassung an eine sog. herrschende Meinung oder den Zeitgeist fällt stets leichter als die Verweigerung oder offener Widerstand. In extremer Form zeigte sich dies im letzten Jahrhundert, insbesondere – aber nicht nur – im Dritten Reich. Die Entscheidung der meisten Juristinnen und Juristen, aus Überzeugung oder „um Schlimmeres zu verhindern“ mitzumachen, ist aus heutiger Sicht ein Hauptfaktor für die damalige Verstrickung der Justiz in den nationalsozialistischen Unrechtsstaat. Die Tagung will zunächst anhand der Lebensläufe von Juristinnen und Juristen aus der Weimarer Republik, dem Dritten Reich, der DDR und der Bundesrepublik den Versuch unternehmen, nicht nur die damaligen Handlungen, sondern auch die jeweiligen, oft vielschichtigen Motive deutlich zu machen. Dabei werden Positionen der Anpassung solchen der Verweigerung und des Widerstands gegenübergestellt, um Möglichkeiten und Grenzen aufzuzeigen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen in Diskussionen ihren eigenen Standpunkt finden. Daneben wird reflektiert und diskutiert werden, inwieweit sich Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte in der Gegenwart mit politischer und gesellschaftlicher Einflussnahme konfrontiert sehen. Neben den Vorträgen ist zudem eine eintägige Exkursion nach Berlin vorgesehen.

Diese Tagung wird auch im Rahmen des European Judicial Training Network (EJTN) ausgeschrieben. Sie ist in besonderem Maße auch für ausländische Teilnehmerinnen und Teilnehmer geeignet.


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