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Informationen zu aktuellen Themen

Informationen über das aktuelle Tagungsprogramm erhalten Sie, indem Sie auf den Navigationspunkt Jahresprogramm  klicken. Sie können das Programm als Tabelle mit verschiedenen Filterfunktionen aufrufen. Zum Download halten wir auch eine PDF-Datei für Sie vor. Zwei Wochen vor Tagungsbeginn können Sie unter der Rubrik Tagungsprogramme das ausführliche Programm der in den Tagungsstätten in Trier und Wustrau stattfindenden Tagungen aufrufen.







25 Jahre Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie

Mit einem Festakt im Zieten-Schloss und einem anschließenden Gartenfest im Schlosspark feierte die Deutsche Richterakademie das 25jährige Bestehen ihrer Tagungsstätte Wustrau. Aus diesem Anlass hatten sich am 28. Juni 2018 zahlreiche Ehrengäste, darunter der Staatssekretär des Brandenburgischen Ministeriums der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz Dr. Roland Pienkny, der Präsident des Brandenburgischen Verfassungsgerichts Jes Möller, die Vizepräsidentin des Brandenburgischen Oberlandesgerichts  Gisela Thaeren-Daig, der Präsident des Landgerichts Neuruppin Egbert Simons, Landrat Ralf Reinhardt, der Bürgermeister von Neuruppin Jens-Peter Golde und der Präsident des Gemeinsamen Juristischen Prüfungsamtes Berlin und Brandenburg Martin Groß gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Tagungsstätte Wustrau und den Mitgliedern der Programmkonferenz der Deutschen Richterakademie im großen Saal des Schlossgebäudes versammelt.

In seiner Festansprache ging der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz auf das bekannte Zitat von Johann Wolfgang von Goethe „Zu allem großen ist der erste Schritt Mut“ ein. Der Entschluss zur Integration des Zieten-Schlosses in Wustrau als zweite Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie im Jahr 1993 sei sicherlich mutig gewesen. Zwar hatte sich durch die Wiedervereinigung die Anzahl der Richterinnen und Richter sowie der Staatsanwältinnen und Staatsanwälte ebenso wie die Zahl der Bundesländer deutlich erhöht. Ein größerer Fortbildungsbedarf habe daher auf der Hand gelegen. Wie man hierauf zu reagieren habe, sei aber anfangs umstritten gewesen. Neben einer Erweiterung der damals schon bestehenden Tagungsstätte Trier sei auch ein zusätzlicher Neubau in anderen Bundesländern erörtert worden. Zwar sei vor der Wiedervereinigung im Zieten-Schloss bereits für mehrere Jahre das Institut für juristische Weiterbildung des Justizministeriums der DDR heimisch gewesen. Der bauliche Zustand der Gebäude konnte aber nicht wirklich als gut und solide bezeichnet werden. Auch die Verkehrsanbindung von Wustrau sei nicht optimal gewesen. Zudem sei die Entwicklung der Bundeshauptstadt Berlin nicht wirklich vorhersehbar gewesen. Dennoch hätten sich die Träger der Deutschen Richterakademie zu dem mutigen Beschluss durchgerungen, hier in Wustrau eine zweite Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie zu errichten. Dieser Entschluss für Wustrau habe sich als weitblickend und erfolgreich erwiesen, so Direktor Dr. Tratz. Die Tagungsstätte Wustrau habe in den letzten 25 Jahren in einem ungeahnten Umfang reüssieren können. Die Zahlen sprächen für sich. Im letzten Jahr habe die Tagungsstätte Wustrau eine Auslastungsquote von 95,6 % erreichen können. In den letzten fünf Jahren sei die Auslastung der Tagungsstätte Wustrau stets deutlich über der Gesamtauslastung der gesamten Deutschen Richterakademie gelegen. Ohne große Übertreibung könne man die Tagungsstätte Wustrau als „Perle“ der Deutschen Richterakademie bezeichnen.

Einen großen Anteil an diesem Erfolg hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tagungsstätte Wustrau. Bei der Evaluierung der Tagungen werden häufig die Freundlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hervorgehoben. Dieses Lob zeige, dass sich die Tagungsstätte Wustrau auf einem guten Weg befinde, so Direktor Dr. Tratz. In der Wissenschaft sei belegt, dass man in einer angenehmen Atmosphäre bessere Lernerfolge erziele. Wichtig seien hierbei auch der Zusammenhalt und die gute Stimmung innerhalb der Belegschaft. Der Erfolg der Tagungsstätte Wustrau und der gesamten Deutschen Richterakademie sei ebenso auf die Leistung der ehemaligen Direktorinnen und Direktoren zurückzuführen. Die Verbundenheit mit der Deutschen Richterakademie zeige sich auch an der fast vollständigen Anwesenheit der früheren Direktorinnen und Direktoren bei diesem Festakt, so Direktor Dr. Tratz.

                                                 

Im Anschluss ergriff Staatssekretär Dr. Roland Pienkny das Wort. Die Tagungsstätte Wustrau sei ein Aushängeschild der Deutschen Justiz und gleichzeitig eine Werbung für das Bundesland Brandenburg. Bei den angebotenen Tagungen könnten die Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte ihre praktischen Erfahrungen austauschen sowie zusätzliches Wissen und neue Motivation gewinnen. Auch habe die Tagungsstätte Wustrau eine länderverbindende Funktion mit dem benachbarten Ausland. Hier denke er vor allem an  internationale Tagungen wie beispielsweise die Deutsch-Polnische-Tagung, so Staatssekretär Dr. Pienkny. Die Tagungsstätte Wustrau stelle zusätzlich einen kleinen, aber feinen Wirtschaftsfaktor für die Region dar. Immerhin 29 Beschäftigte seien bei der Tagungsstätte tätig. Erfreut zeigte sich Staatssekretär Dr. Pienkny aber auch, dass es der Deutschen Richterakademie in den letzten Jahren zunehmend gelungen sei, auf aktuelle rechtliche Herausforderungen zu reagieren. So habe man sehr schnell zu Fragen der Migration, der Bekämpfung des Terrorismus, der Digitalisierung der Justiz und des neuen Bauvertragsrechts Fortbildungsveranstaltungen anbieten können. Diese Aktualität des Fortbildungsprogramms sei lobenswert.

Für die kommunale Ebene gratulierte die Bürgermeisterin der Gemeinde Fehrbellin Ute Behnicke der Tagungsstätte Wustrau. Die Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie habe großen Einfluss auf die Entwicklung des Orts Wustrau gehabt. Das Zieten-Schloss sei sicherlich ortbildprägend. Der Unterhalt dieses Gebäudes durch die Deutsche Richterakademie sei ein Glücksfall für die Region, so Bürgermeisterin Behnicke. Auch sei festzustellen, dass aus Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Fortbildungsveranstaltungen der Deutschen Richterakademie Touristinnen und Touristen für den Ort und die Region würden. Hierüber freue sich die gesamte Gemeinde.



Auch der aktuell in der Tagungsstätte ausstellende Künstler Günter Rieger richtete das Wort an die Festgesellschaft. Die Einrichtung der Deutschen Richterakademie sei seit 25 Jahren ein „offenes Haus“, welches ein Anziehungspunkt für viele sei. So würden fast jeden Mittwoch die Türen für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Neben dem historischen Schlossgebäude könnten zusätzlich  vielfältige Kunstwerke entdeckt werden. So biete die Tagungsstätte Wustrau vielen Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit ihre Kunstwerke auszustellen. Die Tagungsstätte Wustrau sei für die Künstlerinnen und Künstler ein zuverlässiger Partner, so Günter Rieger.








An den Festakt schloss sich ein Gartenfest im Schlosspark des Zieten-Schlosses an. Nach einem Sektempfang wurde ein extra für den Anlass designter „Geburtstagskuchen“ durch Staatssekretär Dr. Pienkny, Bürgermeisterin Behnicke, Günter Rieger und Direktor Dr. Tratz angeschnitten und an die Gäste verteilt. Bei einem Grillbüffet und vielen weiteren kulinarischen Köstlichkeiten, zu dem auch ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tagungsstätte eingeladen waren, wurde bis in die Abendstunden bei mildem Sommerwetter weitergefeiert.

                                                                  

                                     

                                    

 
Zeitungsartikel können Sie unter folgenden Links nachlesen: Artikel 1; Artikel 2

6. Deutsch-Österreichisches Seminar zum Thema „Von der Biologie des Lernens“ in Innsbruck

Auf Einladung des Oberlandesgerichts Innsbruck trafen sich vom 11. bis 13. Juni 2018 rund 40 Fortbildungsverantwortliche aus Deutschland und Österreich zum 6. Deutsch-Österreichischen Seminar in der Landeshauptstadt von Tirol. Thematisch widmete sich die Tagung der „Biologie des Lernens“.

Der Präsident des Oberlandesgerichts Innsbruck Dr. Klaus Schröder hieß die Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmer aus Deutschland und Österreich sehr herzlich in Tirol willkommen. Er freue sich, dass so viele Kolleginnen und Kollegen zu diesem wichtigen kollegialen Austausch gekommen seien. Die wichtigste Ressource der Justiz seien die Menschen. Diese sollten durch eine kontinuierliche Fortbildung unterstützt werden. Für die nächsten Tage wünsche er sich einen intensiven Austausch der Fortbildungsverantwortlichen beider Länder.

Für die deutsche Delegation begrüßten Ministerialrätin Sabine Hilgendorf-Schmidt vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz sowie der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz die Kolleginne und Kollegen beider Länder. Frau Hilgendorf-Schmidt hob die Bedeutung des Austausches zwischen den beiden Nachbarländern hervor. In vielen Fällen stünde man vor den gleichen Herausforderungen. Ausführlich ging Frau Hilgendorf-Schmidt auf die Aufarbeitung der Geschichte des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz im Rahmen des sog. „Rosenburg-Projekts“ ein. Auch in Österreich habe es vergleichbare Bemühungen gegeben.


Der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz führte in seinem Grußwort aus, Deutschland und Österreich grenzten auf einer Länge von 815 km aneinander. Die gemeinsame Sprache stelle ebenfalls ein verbindendes Element dar. Die gute Tradition der Zusammenarbeit zeige sich besonders daran, dass man sich bereits zum sechsten Seminar zusammengefunden habe. Bei Ehepartner bezeichne man den 6. Hochzeitstag als „Zuckerhochzeit“. Dies könne man gut auf die Zusammenarbeit der Fortbildungsverantwortlichen übertragen. Auch das gemeinsame Seminar stelle ein „Zuckerl“ im Alltag der Fortbildung dar. Er freue sich auf den gemeinsamen Gedankenaustausch zwischen den Kolleginnen und Kollegen beider Länder, so Direktor Dr. Tratz.

Fachlich startete die Tagung mit einem Überblick über neue Entwicklungen in der Fortbildung in Deutschland und Österreich. Von deutscher Seite berichtete Direktor Dr. Tratz über die erfolgten Anpassungen des Jahresprogramms der Deutschen Richterakademie an die Themen Migration, Bekämpfung des Terrorismus und richterliche Ethik. Auch auf das steigende Interesse der Kolleginnen und Kollegen an historischen Themen und der Digitalisierung habe man reagiert. Zudem seien die Kontakte zu den direkten Nachbarländern wie Polen und der Schweiz ausgeweitet worden. Die beste Zusammenarbeit bestünde aber erfreulicherweise weiterhin zu Österreich, so Direktor Dr. Tratz.

Über die aktuellen Tendenzen in der Fortbildung in Österreich referierte RiinOLG Dr. Sabine Plöckinger vom OLG Linz. Hierbei zeigte sich, dass die Themen der Fortbildungsveranstaltungen vielfach vergleichbar sind. Frau Dr. Plöckinger ging zudem auf die Struktur der Fortbildung in Österreich ein. So seien die vier Oberlandesgerichte sowie eine Fortbildungskommission hauptverantwortlich für die Gestaltung der Fortbildungsangebote für die Kolleginnen und Kollegen, so Frau Dr. Plöckinger.

Am Abend des ersten Seminartags wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der deutschen und der österreichischen Justiz durch den Landeshauptmann von Tirol zu einem festlichen Abendessen in den Räumlichkeiten des Grillhofs eingeladen.
                                     

Am zweiten Tag wurden die Seminarteilnehmerinnen und –teilnehmer  durch den Sektionschef des österreichischen Bundesministeriums für Verfassung, Reformen, Digitalisierung und Justiz Mag. Michael Schwanda sehr herzlich begrüßt. Das Bundesministerium freue sich über die langjährige Zusammenarbeit der Fortbildungsverantwortlichen beider Länder. Thematisch beschäftigte sich der zweite Seminartag mit den „Grenzen (des Lernens) des Gehirns“. Gesundheitspsychologe und Supervisor Mario Josef Draxl berichtete über wissenschaftliche Erkenntnisse und deren Folgen. Anschließend berieten die Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland und Österreich über die praktischen Konsequenzen der Grenzen des Lernens für die Ausgestaltung und die Organisation juristischer Fortbildungsveranstaltungen. 

Höhepunkt des Tages war ein Vortrag des erfolgreichsten Cheftrainers der österreichischen Skisprung Nationalmannschaft Alexander Pointner zur Methode des Neurocoachings. Hierzu hatten sich die Seminarteilnehmerinnen und –teilnehmer auf die Bergstation der „Seegrube“ in 1.900 Meter begeben. Alexander Pointner berichtete anschaulich, wie er die österreichischen „Ski-Adler“ zu ihren großen Erfolgen geführt habe. Neben dem sportlichen Training seien auch die Steigerung der Motivation und der Performance entscheidend gewesen. Die Anwesenden dankten Alexander Pointner mit langanhaltendem Beifall für seine teils auch sehr persönlichen Ausführungen.

Am Abend des zweiten Seminartags wurden die deutschen und österreichischen Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte durch das österreichische Bundesministerium zum Abendessen eingeladen.

Am letzten Tag des Seminars stand ein Vortrag von Frau Dr. Manuela Macedonia zu „den Mechanismen des Lernens von der Wiege bis ins hohe Alter“ auf dem Programm. Die Referentin begeisterte die Zuhörer mit vielen anschaulichen Informationen aus der Wissenschaft, die auch bei Fortbildungsveranstaltungen Berücksichtigung finden sollten.

Am Ende der Tagung dankte Direktor Dr. Tratz für die deutsche Delegation dem Oberlandesgericht Innsbruck, seinem Präsidenten Dr. Schröder und RiOLG Mag. Dr. Klaus-Dieter Gosch als Hauptansprechpartner für die perfekte Organisation. Gleichzeitig lud er namens der Programmkonferenz der Deutschen Richterakademie die Kolleginnen und Kollegen aus Österreich zu einer Fortsetzung des Seminars im Jahr 2020 in die Tagungsstätte Wustrau in Brandenburg ein.


Niederländisch-Deutsche Strafrechtstagung in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Strafsachen stand im Mittelpunkt der von Nordrhein-Westfalen organisierten Niederländisch-Deutschen Strafrechtstagung in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie. Hierzu trafen sich rund 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie mehrere Referentinnen und Referenten aus den Niederlanden und der Bundesrepublik Deutschland vom 27. Mai bis zum 01. Juni 2018 zu einem kollegialen Austausch.

Der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz hieß die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Beginn der Tagung sehr herzlich im historischen Zieten-Schloss willkommen. Die Deutsche Richterakademie bemühe sich seit einigen Jahren besonders, die Kontakte mit den unmittelbaren Nachbarstaaten Deutschlands zu verstärken. Für das Jahr 2018 sei neben der Niederländisch-Deutschen Tagung im Juni auch das 6. Deutsch-Österreichische Seminar in Innsbruck und die 2. Deutsch-Schweizer-Tagung in Morschach geplant.  Weiter führte Direktor Dr. Tratz aus, die Niederlande und Deutschland würden auf einer Länge von 567 Kilometern aneinander grenzen. Hiervon entfielen 395 Kilometer auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen und 172 Kilometer auf das Bundesland Niedersachsen. Insbesondere Straftaten würden an der Grenze aber keinen Halt machen. Daher sei eine gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwingend erforderlich. 
Seitens des College van Procureurs-General begrüßte Dhr. Albert van der Kerk die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des gemeinsamen Seminars in einer Videobotschaft. Herr van der Kerk hob ebenso die Herausforderungen durch die grenzüberschreitende Kriminalität hervor. Da Straftäter schnell die Grenzen überschreiten, zwinge dies die Justizbehörden zu einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Gemeinsame Gespräche und Seminare schafften Vertrauen und verbesserten die Kooperation. Trotz manchmal unterschiedlicher Rechtskulturen könnten in der Praxis gute Ergebnisse erzielt werden, so Herr van der Kerk.

An die Begrüßung schloss sich ein Referat über die Kulturunterschiede zwischen Deutschland und den Niederlanden an. Nach einer Einführung in das niederländische und deutsche Strafrecht wurden vier Gruppen gebildet, in denen gemeinsam grenzüberschreitende und rechtsvergleichende Fallbeispiele besprochen und einer Lösung zugeführt wurden. Ein weiteres Schwerpunktthema der Tagung war die Internetkriminalität.

Im Rahmen des Seminars besuchte die Gruppe auch die Botschaft des Königreichs der Niederlande in Berlin. Fortgesetzt wurde der Berlinaufenthalt mit einem Besuch des Kriminalgerichts in Berlin-Moabit.




Informationsbesuch der Präsidentin der Taiwan Academy for the Judiciary in der Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie

Unter der Leitung der Präsidentin der Taiwan Academy for the Judiciary in Taipeh, Frau Pi-Yu Tsai, besuchte eine vierköpfige Delegation im Rahmen eines Arbeitsbesuchs die Deutsche Richterakademie. Begleitet wurde die Gruppe durch Herrn Dr. Tsai von der Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland Büro Frankfurt. Die außerdem aus Prosecutor Chia-Ni Huang und Mentor of Academie Affairs Department Yen-Chun Lin bestehende Delegation wurde am 01.06.2018 durch den Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz sehr herzlich in der Tagungsstätte Trier willkommen geheißen.

Nach einer intensiven Führung durch die Räumlichkeiten der Tagungsstätte erläuterte Akademiedirektor Dr. Tratz die Organisation der richterlichen und staatsanwaltschaftlichen Fortbildung in der Bundesrepublik Deutschland. In den beiden Tagungsstätten in Trier und Wustrau biete man jährlich rund 150 Fortbildungstagungen an, die von rund 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht würden. Im Jahr 2017 seien die angebotenen Fortbildungsveranstaltungen zu 91,2 % und damit fast vollständig ausgelastet gewesen. Die Ermittlung des Fortbildungsbedarfs erfolge vor allem über Fragebögen, die jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer einer Veranstaltung ausgehändigt bekomme. Rund 80% dieser Fragebögen würden ausgefüllt und mit Anregungen versehen an die Deutsche Richterakademie zurückgegeben, so Direktor Dr. Tratz.

Besonders interessiert zeigte sich die Delegation an der Freiwilligkeit der Fortbildung in der Bundesrepublik Deutschland. Direktor Dr. Tratz erläuterte, dass es die autonome Entscheidung jeder Kollegin und jedes Kollegen sei, ob eine Fortbildungsveranstaltung besucht werde. Diese Freiwilligkeit garantiere eine hohe Motivation sowie eine große Bereitschaft zur Mitarbeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Tagung. Auch zu den zahlreichen interdisziplinären und verhaltensorientierten Tagungen der Deutschen Richterakademie hatten die Gäste aus Taipeh viele Nachfragen.

Der Besuch der Deutschen Richterakademie wurde durch ein gemeinsames Mittagessen in den Räumlichkeiten der Akademie abgerundet. Die Leistungen des Küchenteams der Deutschen Richterakademie wurden durch die Gäste aus Taiwan mit viel Lob und Anerkennung gewürdigt. Abschließend äußerten Präsidentin Tsai und Direktor Dr. Tratz den Wunsch, weiterhin in kollegialem Austausch zu bleiben.


Fortbildungsprogramm für das Jahr 2019 auf der Programmkonferenz in Erfurt beschlossen

145 Tagungen beinhaltet das jetzt beschlossene Jahresprogramm der Deutschen Richterakademie für das kommende Fortbildungsjahr 2019. Die thematische Ausrichtung der einzelnen Fortbildungsveranstaltungen und ihre Verteilung auf die beiden Tagungsstätten in Trier und Wustrau beschloss die Programmkonferenz der Deutschen Richterakademie einvernehmlich auf ihrer Sitzung vom 28. bis 30. Mai 2018. Die Fortbildungsverantwortlichen des Bundes und aller 16 Bundesländer hatten sich im Evangelischen Augustinerkloster zu Erfurt unter Leitung des thüringischen Fortbildungsreferenten RD Joachim Kraulich zu ihrer dreitägigen Arbeitstagung versammelt. Gemeinsam wurden die Themenschwerpunkte, der Zeitrahmen und der Tagungsort für alle 145 Tagungen beraten und beschlossen. Nun kann mit den Detailplanungen für die einzelnen Seminare und Trainingseinheiten begonnen werden.

Zu Beginn der Arbeitstagung berichtete der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz über aktuelle Entwicklungen bei den im Jahr 2018 veranstalteten Fortbildungsveranstaltungen sowie über die geplanten größeren Baumaßnahmen im historischen Schlossgebäude der Tagungsstätte Wustrau in Brandenburg. Der nächste Doppelhaushalt der beiden Tagungsstätten in Trier und Wustrau sei durch die Haushaltskonferenz der Finanzministerien der Länder ohne größere Veränderungen gebilligt worden. Auf die guten internationalen Beziehungen der Deutschen Richterakademie ging Direktor Dr. Tratz ebenfalls ein. Im Juni 2018 finde die nächste Deutsch-Österreichische-Tagung für Fortbilder in Innsbruck statt. Die Tagung stehe unter dem vielversprechenden Thema „Von der Biologie des Lernens“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung würden sogar durch den Landeshauptmann von Tirol und den österreichischen Bundesminister der Justiz Dr. Josef Moser empfangen. Dies sei eine große Ehre für die Tagungsgäste aus Deutschland. Im gleichen Monat würde auch die Deutsch-Schweizer-Tagung in Morschach stattfinden. Hier stünden praktische und grenzüberschreitende Fragestellungen des Zivilrechts und des Strafrechts im Mittelpunkt. Erfreulicherweise hätte das Teilnahmeinteresse die zur Verfügung stehenden Teilnahmeplätze um ein Vielfaches überschritten, so Direktor Dr. Tratz.



Hauptpunkt der Arbeitstagung war aber die Beratung der 145 Tagungen für das Fortbildungsjahr 2019. Alle Fortbildungsverantwortlichen zeigten sich erfreut, dass es wiederum gelungen sei, ein abwechslungsreiches Fortbildungsprogramm für alle Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte zu entwickeln. Rund 15% der Tagungen des Jahresprogramms 2019 würden erstmals angeboten oder neu konzipiert. Außerdem beschloss die Programmkonferenz der Deutschen Richterakademie, etwa 30 Tagungen für das Europäische Fortbildungsnetzwerk EJTN und damit für interessierte Kolleginnen und Kollegen aus dem europäischen Ausland zu öffnen. Auch ist geplant, im November 2019 eine große Sprachtagung des EJTN in der dann frisch sanierten Tagungsstätte in Wustrau aufzunehmen.




Besuch des Brandenburgischen Justizministers Stefan Ludwig in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie

Anlässlich des 25jährigen Bestehens der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie besuchte der Brandenburgische Justizminister Stefan Ludwig die Fortbildungseinrichtung für Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte aus der gesamten Bundesrepublik. Begleitet wurde Minister Ludwig durch den Vizepräsidenten des Gemeinsamen Juristischen Prüfungsamtes der Länder Berlin und Brandenburg (GJPA) Dr. Lars Hein.

Justizminister Ludwig wurde am 25. Mai 2018 durch den Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz sowie Verwaltungsleiterin Birgit Maaß sehr herzlich im Zieten-Schloss willkommen geheißen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tagungsstätte würden sich über den Besuch des  Justizministers sehr freuen. Die Tagungsstätte Wustrau habe sich in den 25 Jahren ihres Bestehens hervorragend entwickelt. Jährlich würden deutlich über 2.000 Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte die Tagungsstätte zu meist einwöchigen Fortbildungsveranstaltungen besuchen. Die Tagungsstätte Wustrau sei in den letzten fünf Jahren stets deutlich über 90 % ausgelastet gewesen. Im Jahr 2017 habe die Auslastung der Tagungsstätte Wustrau beispielsweise bei 95,6 % und damit deutlich über der Gesamtauslastung der Deutschen Richterakademie mit (nur) 91,2 % gelegen, so Akademiedirektor Dr. Tratz. Dies zeige, dass sich die Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte aus allen Teilen der Bundesrepublik hier in Brandenburg wohl fühlen würden. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen würden zudem privat mit ihren Familien in die Region zurückkehren, um hier Urlaub zu machen. Dies verdeutliche den Mehrwert der Deutschen Richterakademie für Brandenburg. Direktor Dr. Tratz informierte Minister Ludwig auch über den in diesem Jahr bevorstehenden Ausbau des Dachgeschosses, bei dem weitere Seminar- und Kleingruppenräume entstehen würden. Hierbei investierten die Träger der Deutschen Richterakademie rund eine Million Euro in die Optimierung der richterlichen und staatsanwaltschaftlichen Fortbildung.

Nach einer Führung durch die Räumlichkeiten der Tagungsstätte durch Direktor Dr. Tratz und Verwaltungsleiterin Birgit Maaß besuchte Justizminister Ludwig eine Fortbildungsveranstaltung für Führungskräfte, die durch das Bundesland Brandenburg organisiert worden war. Justizminister Ludwig zeigte sich nach diesem lebendigen Eindruck sehr angetan von der Qualität der Arbeit der Fortbildungseinrichtung.

Bei einem anschließenden Mittagessen im festlich geschmückten Gartenpavillon des Zieten-Schlosses wurden die gewonnenen Eindrücke sowie weitere Aspekte der richterlichen und staatsanwaltschaftlichen Fortbildung erörtert. An dem Mittagessen nahmen auch die beiden Tagungsleiterinnen der aktuell durchgeführten Seminare „Der Umgang mit querulatorischen Persönlichkeiten und Einschätzung von Drohverhalten“ und „Verwaltungsaufgaben bei Gerichten und Staatsanwaltschaften“ Frau Präsidentin des Landgerichts Angelika Blettner vom Landgericht Mainz und Frau Staatsanwältin Katja Anders von der Staatsanwaltschaft Berlin teil.

Am Ende des Besuchs wünschte Minister Ludwig der Deutschen Richterakademie und insbesondere der Tagungsstätte Wustrau weiterhin viel Erfolg. Er freue sich, dass sich eine der beiden Tagungsstätten der Deutschen Richterakademie in Brandenburg befinde, so Minister Ludwig.

Zeitungsberichte können Sie unter folgenden Links nachlesen: Artikel 1;  Artikel 2 ";


Rekordverdächtig besuchte Vernissage der Ausstellung „Versuche, immer wieder“ des Künstlers und Verlegers Günter Rieger im Zieten-Schloss zu Wustrau

Unter dem Motto „Versuche, immer wieder“ steht die neue Ausstellung des in Karwe lebenden Künstlers und Verlegers Günter Rieger im historischen Zieten-Schloss der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie. Gezeigt werden zahlreiche in den letzten zwei Jahren entstandene Gemälde, bei denen Günter Rieger in der freien Natur gesammelte Sinneseindrücke zu farbig-expressiven Bildern komponierte. Die Ausstellung wurde am 03.05.2018 mit einer feierlichen Vernissage eröffnet, bei der rund 150 Besucherinnen und Besucher den Weg in das Zieten-Schloss fanden.

In das Zentrum seiner Begrüßungsansprache stellte der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz das Motto der Ausstellung. Unter einem „Versuch“ könne man je nach dem Kontext unterschiedliche Dinge verstehen. Als Jurist denke man bei einem Versuch vor allem an die Begriffsbestimmung in § 22 des Strafgesetzbuches. Danach versuche eine Straftat, wer „nach seiner Vorstellung von der Tat zur Verwirklichung des Tatbestandes unmittelbar“ ansetze. Diese Definition passe aber bei Günter Rieger erkennbar nicht. Weder würden seine „Versuche“ einen Straftatbestand erfüllen, noch müsse er hierfür „bestraft“ werden. Bei Günter Rieger sei unter einem „Versuch“ etwas anderes zu verstehen. Wenn man ein Lexikon zu Rate ziehe, sei ein Versuch das „Ausprobieren einer von mehreren Möglichkeiten bis das gewünschte Ergebnis gefunden“ werde. Auch würde bewusst die Möglichkeit von Fehlschlägen in Kauf genommen. Unter einem „Versuch“ könne man aber auch ein wissenschaftliches Experiment verstehen. Aber gebe es Unterschiede zwischen einem wissenschaftlich und einem künstlerischen Versuch? Mit dieser Frage habe sich bereits Johann Wolfgang von Goethe in seinem bekannten Aufsatz „Der Versuch als Mittler von Objekt und Subjekt“ beschäftigt, so Akademiedirektor Dr. Tratz. Nach Goethe habe der Künstler das Gegenteil dessen zu tun, was für den Wissenschaftler zu empfehlen sei. Der Künstler tue „wohl, sein Kunstwerk nicht öffentlich sehen zu lassen, bis es vollendet“ sei, „weil ihm nicht leicht jemand etwas raten noch Beistand leisten“ könne. Nach der Vollendung solle der Künstler das Werk dann aber präsentieren, um „Lob und Tadel“ zu empfangen. In der Wissenschaft sei es nach Goethe dagegen „nützlich, jede einzelne Erfahrung, ja Vermutung öffentlich mitzuteilen“. Goethe setze hier wohl auf den Diskurs der Wissenschaft und die gemeinsame Problemlösung. Komme man zurück zu Günter Rieger, so folge dieser der Empfehlung von Goethe, indem er seine Werke erst nach der Fertigstellung der Öffentlichkeit präsentiere. Aber Günter Rieger zeige nicht nur einen Versuch, sondern mit den hier ausgestellten Bildern eine Vielzahl von Versuchen. Damit befolgt er eine weitere Empfehlung Goethes, nach dem mit der Ausstellung einer Vielzahl von „Versuchen“ der Wert durch die Vereinigung und Verbindung steige, so Dr. Tratz.

Besonders erfreut zeigte sich der Akademiedirektor Dr. Tratz über die Anwesenheit des Präsidenten des Landgerichts Neuruppin Egbert Simons und des Ortsvorstehers von Wustrau Ingo Lamprecht.

In das Werk von Günter Rieger führte der Direktor des Amtsgerichts Neuruppin Frank Jüttner ein, der von 2008 bis 2011 die Akademieleitung der Deutschen Richterakademie innehatte. Aus seiner Sicht habe Günter Rieger viele Begabungen. Man kenne ihn als Verleger und Fotographen. In diesem Jahr bilde vor allem die Malerei den Schwerpunkt seines Schaffens. Das Ausstellungsmotto zeige die Bescheidenheit von Günter Rieger, der sich aber noch viel vorgenommen habe. Ihn würden vor allem die stimmigen Farbkompositionen von Günter Rieger beeindrucken, so Amtsgerichtsdirektor Jüttner. Erkennbar sei auch, dass der Künstler seine Inspiration vielfach aus der Region nehme. Vor allem die Weite der Landschaft sei auf vielen der Bilder zu erkennen.


Zum Abschluss ergriff Günter Rieger persönlich das Wort und danke der Deutschen Richterakademie für die Möglichkeit zur Präsentation seiner Werke.

Anschließend konnten die in verschiedenen Räumen des Schlossgebäudes ausgestellten Werke näher in Augenschein genommen und mit Günter Rieger erörtert werden. Bei Getränken und kleinen Speisen, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Richterakademie zubereitet worden waren, verweilten die Besucherinnen und Besucher der Vernissage noch über mehrere Stunden im Zieten-Schloss.
                       

                                                                 

Günter Rieger: „Versuche, immer wieder“, Deutsche Richterakademie, Am Schloss 1, 16818 Wustrau, Ausstellung bis zum 03.07.2018, Öffnungszeiten: mittwochs 13.00 – 16.00 Uhr, Eintritt frei.

Zeitungsartikel können Sie unter folgenden Links nachlesen: Artikel I; Artikel II;

Dr. h. c. Charlotte Knobloch erneut Referentin in der Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie

Im Rahmen des Seminars „Politischer Extremismus – Herausforderungen für Gesellschaft und Justiz“ referierte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Frau Dr. h. c. Charlotte Knobloch, am 02. Mai 2018 in der Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie. Frau Dr. h. c. Knobloch sprach vor rund 45 Richterinnen und Richtern sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten aus der gesamten Bundesrepublik über die Aktualität und die Gefahren des Antisemitismus. Im Anschluss an ihren unter dem Thema „Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft – gibt es (k)eine Bewusstseinsveränderung nach dem Holocaust?“ stehenden Vortrag diskutierte Frau Dr. h. c. Knobloch mit den Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmern intensiv und engagiert über zahlreiche Aspekte ihrer Ausführungen.

Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und ehemalige Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses wurde durch den Tagungsleiter Generalstaatsanwalt Prof. Dr. Helmut Fünfsinn und den Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz sehr herzlich in den Räumlichkeiten der Tagungsstätte Trier willkommen geheißen. Beide dankten Frau Dr. h. c. Knobloch, dass sie auch in diesem Jahr als Referentin zur Verfügung stünde und mit ihren Ausführungen die Tagung bereichern würde.

In ihrem Vortrag vor den Richterinnen und Richtern sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten führte Frau Dr. h. c. Knobloch aus, zahlreiche Vorfälle der letzten Monate machten die Aktualität des Themas deutlich. So denke sie beispielsweise an den gewaltsamen Angriff auf einen Mann in Berlin, nur weil dieser eine Kippa trug. Leider sei der Antisemitismus wieder Alltag für jüdische Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Der Kampf gegen diesen Antisemitismus sei auch ein

Kampf für den Rechtsstaat und die Freiheit. Der Staat müsse hierbei wachsam und wehrhaft sein, so die Überlebende des Holocaust. In der Vergangenheit sei zu spät gegen die „militante Rechte“ vorgegangen worden. Rechtsextreme Parteien passten ebenfalls nicht in das moderne Deutschland. Auch die Justiz müsse mehr Sensibilität zeigen. Lügen und Falschnachrichten im Internet dürften beispielsweise nicht als Kleinigkeit angesehen werden. Das Grundgesetz sollte auch wehrhaft ausgelegt werden. Zudem wünsche Sie sich eine härtere Bestrafung antisemitischer Straftaten. Die Aus- und Fortbildung der Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte zu diesem Themenkomplex müsste zudem weiter gestärkt werden, so Frau Dr. h. c. Knobloch.

Generalstaatsanwalt Prof. Dr. Fünfsinn und Direktor Dr. Tratz dankten Frau Dr. h. c. Knobloch für ihre engagierten Ausführungen und äußerten den Wunsch, Frau Dr. h. c.  Knobloch bei einer Wiederholung der Tagung im Jahr 2019 wieder als Referentin gewinnen zu können.


Besuch des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie

Die Möglichkeiten einer verstärkten Zusammenarbeit standen im Mittelpunkt eines Informationsbesuchs der Justiziarin des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma, Frau Ruhan Karakul, sowie des Mitarbeiters des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, Herrn Tobias von Borcke, in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie. Die Vertreterin und der Vertreter des Zentralrats wurden am 17. April 2018 sehr herzlich durch den Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz im Zieten-Schloss zu Wustrau willkommen geheißen. Für die Deutsche Richterakademie sei es von großem Interesse, mit möglichst vielen gesellschaftlichen Kräften in Kontakt zu stehen. Daher freue er sich besonders über den Besuch des Zentralrats.

Zunächst präsentierte Direktor Dr. Tratz Frau Karakul und Herrn von Borcke die Liegenschaft und die Räumlichkeiten der Tagungsstätte. Insbesondere ging er auf die für dieses Jahr geplante größere Baumaßnahme ein, bei der das Dachgeschoss des Schlossgebäudes für den Tagungsbetrieb optimiert werde. Erfreulicherweise habe die Deutsche Richterakademie auch im Fortbildungsjahr 2017 eine Auslastung von über 91 % und damit quasi eine Vollauslastung erreichen können. Weiter verwies Direktor Dr. Tratz auf das vielfältige Jahresprogramm der Akademie. Neben rein juristischen und verhaltensorientierten Schulungen beschäftige sich die Deutsche Richterakademie auch mit historischen Themen wie der „Deutschen Justizgeschichte ab 1945“ und „Der nationalsozialistischen Justiz und ihrer Aufarbeitung“. Auch Fragen der Menschenrechte und der richterlichen Ethik seien Themen von Fortbildungsveranstaltungen für die Richterinnen und Richter sowie die Staatsanwältinnen und Staatsanwälte.

Im Rahmen des Gesprächs stellte Frau Karakul die Arbeit des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma vor. Der 1982 gegründete Dachverband von 16 Landes- und Mitgliedsverbänden verstehe sich als die Interessenvertretung der deutschen Sinti und Roma. Der Zentralrat setze sich für die gleichberechtigte Teilhabe der Sinti und Roma in Politik und Gesellschaft sowie den Schutz und die Förderung als nationale Minderheit ein. Beim Kampf gegen den Antiziganismus würde man sehr gerne in eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Richterakademie treten. In die Polizeiausbildung sei dieses Thema bereits in einigen Bundesländern aufgenommen worden, so Frau Karakul.

Am Ende des Gesprächs vereinbarten Justiziarin Karakul und Direktor Dr. Tratz weiter in Kontakt zu bleiben. Abgeschlossen wurde der Besuch mit einem gemeinsamen Mittagessen im Pavillon des Schlossgebäudes.


Festliche Eröffnung der Ausstellung „DUO“ der beiden Künstlerinnen Yvonne Drautzburg und Anja Streese in der Tagungsstätte Trier

Mit einer hervorragend besuchten Vernissage wurde am 12.04.2018 die neue Ausstellung der beiden in Trier lebenden und arbeitenden Künstlerinnen Yvonne Drautzburg und Anja Streese in der Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie eröffnet. In der unter dem Motto „DUO“ stehenden Ausstellung werden Eisenplastiken von Yvonne Drautzburg, die in diesem Jahr ihre Werke auch in New York ausstellt, und zahlreiche Siebdrucke von Anja Streese, die 2018 die „Kulturaktie Trier“ gestaltet, gezeigt.

In seiner Begrüßungsansprache ging der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz auf das von den Künstlerinnen gewählte Ausstellungsmotto „DUO“ ein. Der Begriff „Duo“ leite sich von der lateinischen Zahl „zwei“ ab. Im Laufe der Zeit habe sich aber die Wortbedeutung weiterentwickelt. Heute verstehe man unter einem „Duo“ zumeist zwei Personen, die gemeinsam künstlerisch arbeiten. Wenn man den Begriff „Duo“ in der Kategorie Musik in eine bekannte Internet-Suchmaschine eingebe, erhalte man 856 Einträge von bekannten oder weniger bekannten Musikgruppen, die in der Formation eines „Duos“ auftreten würden. In der Musik verwende man auch häufiger den Begriff „Duett“. Bisher habe er beide Begriffe synonym verwendet, so Direktor Dr. Tratz. Nach einem bekannten Lexikon seien aber nur ein für zwei Personen gedachtes Musikstück und der künstlerische Vortrag desselben ein „Duett“. Die beiden Künstlerinnen und Künstler als Personen solle man ausschließlich als „Duo“ bezeichnen. Nach seiner Auffassung sei aber der „Team“-Gedanke entscheidend, der hinter der Bildung eines „Duos“ stehe, so Akademiedirektor Dr. Tratz. Die gemeinsame Präsentation von Kunst führe zu einer Steigerung des Aussagegehalts. Dies gelte besonders für Yvonne Drautzburg und Anja Streese, die beide mit „Rost“ arbeiten. Die gemeinsame Ausstellung verdeutliche auch eine gefühlsmäßige Verbundenheit, obwohl beide Künstlerinnen mit unterschiedlichen Materialien arbeiten würden. Er sei gespannt, welche Kraft dieses „Duo“ hier in der Richterakademie freisetzen werde.

Besonders erfreut zeigte sich Direktor Dr. Tratz über die Anwesenheit der Präsidentin des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz Beate Läsch-Weber, des ehemaligen Direktors der Deutschen Richterakademie Werner Jastroch und des bekannten Künstlers Leo Dellwo.

In das Werk von Yvonne Drautzburg und Anja Streese führte der Oberbürgermeister der Stadt Trier Wolfram Leibe ein. Die Werke der beiden Künstler seien nach seiner Auffassung sowohl durch Leichtigkeit als auch Ernsthaftigkeit geprägt. Bei der Arbeit mit „Rost“ werde deutlich, dass es sich bei Rost nicht um ein totes Material handele. Vielmehr könne man feststellen, dass „Rost lebt“, so der Oberbürgermeister. Der Deutschen Richterakademie dankte Oberbürgermeister Leibe für die Öffnung der Einrichtung für die Kunst. Auch die Kunst trage dazu bei, dass Trier in einer Umfrage als die lebenswerteste Stadt Deutschlands vor Leipzig qualifiziert wurde, so Wolfram Leibe.



Anschließend ergriffen die beiden Künstlerinnen das Wort. „Sie liebe die Kunst“, mit diesem Satz verdeutlichte Anja Streese ihre Motivation. Wenn aus einer weißen Leinwand Kunst entstehe, gehe ihre Liebe und Lebenslust in das Bild über. Seit wenigen Wochen sei sie freischaffende Künstlerin und habe sich damit ihren Lebenstraum verwirklicht, so Anja Streese. Yvonne Drautzburg schilderte ihre Empfindungen, als sie als „Trierer Mädchen“ die Möglichkeit zur Ausstellung in New York erhielt. Sie freue sich aber genauso, heute in Trier neue Werke präsentieren zu können. Die Deutsche Richterakademie sei hierfür ein hervorragend geeigneter Ort.





  

Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungeröffnung durch das Duo „Woman`s Work“. Die Musikerinnen Silvia Berthold und Tanja Silcher begeisterten mit Gesang und Klängen am Kontrabass die Besucherinnen und Besucher der Vernissage. Die Darbietung der beiden Musikerinnen wurde von den Gästen mit viel Beifall honoriert.

Nun konnten die rund 170 Gäste die ausgestellten Kunstwerke näher in Augenschein nehmen und untereinander sowie mit Yvonne Drautzburg und Anja Streese erörtern. Bei Getränken und Speisen, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Richterakademie zubereitet worden waren, wurden die gewonnenen Eindrücke rege diskutiert.

Yvonne Drautzburg & Anja Streese: „DUO“, Deutsche Richterakademie, Berliner Allee 7, 54295 Trier; Ausstellung vom 12.04. bis zum 28.06.2018; Öffnungszeiten: dienstags bis donnerstags 09.00 – 16.30 Uhr, freitags 09.00 – 14.00 Uhr; Eintritt frei.


Informationsbesuch einer Delegation der Generalstaatsanwaltschaft der Mongolei in der Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie

Die Fortbildung der Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte in der Bundesrepublik Deutschland stand im Mittelpunkt eines Arbeitsbesuchs einer hochrangigen Delegation der Generalstaatsanwaltschaft aus der Mongolei in der Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie.

Die Delegation wurde am 09.04.2018 durch den Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz sehr herzlich willkommen geheißen. Die Deutsche Richterakademie habe stets großes Interesse an einem Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Staaten über Fragen der Aus- und Fortbildung. Der gegenseitige Erfahrungsaustausch führe häufig zu neuen Anregungen und Ideen, die zu einer Optimierung der eigenen Arbeitsergebnisse führen können, so Direktor Dr. Tratz.

Nach einer ausführlichen Führung durch die Räumlichkeiten der Tagungsstätte  versammelten sich die 7 Mitglieder der Delegation im Konferenzraum der Tagungsstätte zu einer Arbeitssitzung. Zunächst stellte Akademiedirektor Dr. Tratz die Organisation der richterlichen und staatsanwaltschaftlichen Fortbildung in Deutschland vor. So erläuterte Dr. Tratz die Konstruktion und die Finanzierung der Deutschen Richterakademie. Die Themen eines Fortbildungsjahrs würden in mehreren Programmkonferenzen beraten und beschlossen. Hierbei fänden die Anregungen der rund 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der jährlich ca. 150 Fortbildungsveranstaltungen Berücksichtigung, die im Rahmen einer umfassenden Evaluation jeder einzelnen Tagung abgefragt würden. Jeder Tagungsgast erhalte zu Beginn einer Fortbildungsveranstaltung einen Fragebogen, der gegen Ende der Tagung anonym zurückgegen werden sollte. In diesem Fragebogen sollten die Referentinnen und Referenten des besuchten Seminars sowie die Tagungsbedingungen bewertet werden. Außerdem würden die Anregungen und Wünsche der Praxis nach neuen Themen und Formaten für Fortbildungsveranstaltungen abgefragt. Aufgrund der hohen Auslastung der Deutschen Richterakademie mit 91,2 % im Jahr 2017 sei man davon überzeugt, die richtigen Schwerpunkte zu setzen, so Direktor Dr. Tratz. Besonders interessiert zeigten sich die Gäste aus der Mongolei an der konkreten Auswahl der Referentinnen und Referenten sowie der Themen und Lernmethoden für die Fortbildungsveranstaltungen.

Abgerundet wurde der Delegationsbesuch mit einem gemeinsamen Mittagessen im Speisesaal der Tagungsstätte. Die Gäste aus der Mongolei zeigten sich von der Leistung des Küchenteams der Deutschen Richterakademie überaus angetan.

Arbeitstagung der Programmkonferenz der Deutschen Richterakademie in Trier

Zur Organisation und Planung der Fortbildungsveranstaltungen für Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte im Jahr 2019 traf sich die Programmkonferenz der Deutschen Richterakademie zu einer dreitägigen Arbeitstagung vom 12. - 14. März 2018 in der Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie. Zu Beginn präsentierte der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz die überaus erfreulichen Ergebnisse des vergangenen Fortbildungsjahrs 2017. Insgesamt 4.352 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten im letzten Jahr die beiden Tagungsstätten Trier und Wustrau zu Seminaren und anderen Fortbildungsveranstaltungen besucht. Die Deutsche Richterakademie sei zu 91,2 % und damit wiederum fast vollständig ausgelastet gewesen. Die Durchschnittsbewertung sämtlicher Tagungen habe im dritten Jahr in Folge bei erfreulichen 8,0 Punkten von 9 möglichen Punkten gelegen. Mit diesen Zahlen stelle die Deutsche Richterakademie weiterhin ihre hohe Akzeptanz bei den Kolleginnen und Kollegen der Gerichte sowie Staatsanwaltschaften in allen 16 Bundesländern unter Beweis und belege die Notwendigkeit der Fortbildung, so Akademiedirektor Dr. Tratz.

Nach dem Bericht des Direktors begannen die Mitglieder der Programmkonferenz unter Leitung des Fortbildungsreferenten des Landes Thüringen RD Kraulich mit der Planung des Fortbildungsjahrs 2019. Die Fortbildungsverantwortlichen des Bundes und aller 16 Bundesländer analysierten und diskutierten intensiv den Fortbildungsbedarf der Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte. Gemeinsam wurden die Themen für die Durchführung von 145 Tagungen beschlossen, die nun im Detail vorbereitet und auf die beiden Tagungsstätten verteilt werden. Die zukünftigen Tagungen setzen sich aus juristischen Fachtagungen sowie interdisziplinären und verhaltensorientierten Veranstaltungen zusammen. Bei einer weiteren Sitzung der Fortbildungsverantwortlichen im Mai 2018 in Erfurt wird das Programm für das Jahr 2019 endgültig beschlossen.


Wechsel im Amt der Verwaltungsleiterin in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie

Im Rahmen eines Festakts im Zieten-Schloss der Deutschen Richterakademie wurde die langjährige Verwaltungsleiterin der Tagungsstätte Wustrau Christiane Uckrow offiziell durch den Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz in den Ruhestand verabschiedet und ihre Nachfolgerin Birgit Maaß sehr herzlich in ihrer neuen Wirkungsstätte willkommen geheißen. Aus diesem Anlass hatten sich am 09. März 2018 zahlreiche Ehrengäste, darunter der örtliche Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke, Landrat Ralf Reinhardt, der Präsident des Brandenburger Verfassungsgerichts Jes Möller und der Leitende Oberstaatsanwalt von Neuruppin Wilfried Lehmann, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Tagungsstätte Wustrau im großen Saal des Schlossgebäudes versammelt.

In seiner Festansprache hob der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz hervor, dass mit der Pensionierung von Christiane Uckrow der erste Wechsel im Amt der Verwaltungsleiterin in der fast 25jährigen Geschichte der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie vollzogen werde. Der chinesische Philosoph Konfuzius habe die Bedeutung einer Veränderung in dem prägnanten Satz „Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.“ zusammengefasst. Ein Mensch solle also ständig bereit sein, sich zu verändern, gelegentlich sogar auch einmal örtlich. Wenn nun Frau Uckrow in den Ruhestand trete und Frau Maaß vom Landgericht Neuruppin zur Deutschen Richterakademie komme, diene diese Veränderung nach Konfuzius dem Glück beider Personen. Das Ausscheiden von Frau Uckrow aus dem aktiven Dienst stelle für die Tagungsstätte Wustrau ein einschneidendes Ereignis dar, so Akademiedirektor Dr. Tratz. Frau Uckrow sei von Beginn an in leitender Funktion in der Tagungsstätte tätig gewesen. Sie sei für viele das Symbol und Markenzeichen der Deutschen Richterakademie in Wustrau gewesen. Frau Uckrow habe während ihrer Tätigkeit acht Direktorinnen und Direktoren aus verschiedenen Bundesländern begleitet. Die Amtszeit von Frau Uckrow sei durch zahlreiche wichtige Begebenheiten geprägt gewesen, wie beispielsweise den Einbau eines Fahrstuhls im Schlossgebäude, die Schaffung von Barrierefreiheit in den Gästehäusern und die neue farbliche Gestaltung der Außenfassade des Zieten-Schlosses. Frau Uckrow habe stets hervorragende Leistungen als Verwaltungsleiterin erbracht. Hervorzuheben sei insbesondere ihre Hilfsbereitschaft und ihre Sachkenntnis. Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei sie insbesondere wegen ihrer mitfühlenden und empathischen Art anerkannt und beliebt gewesen. Für den Ruhestand wünschte Direktor Dr. Tratz Frau Uckrow vor allem stabile Gesundheit und alles Gute. Durch die Pensionierung von Frau Uckrow sei die Stelle der Verwaltungsleiterin neu zu besetzen gewesen. Als Akademieleiter freue er sich, mit Frau Maaß, der bisherigen Geschäftsleiterin des Landgericht Neuruppin, eine würdige Nachfolgerin gefunden zu haben. In den wenigen Tagen der gemeinsamen Zusammenarbeit sei bereits zu erkennen, dass Frau Maaß durch ihre empathische Art und mit vielen neuen Ideen die Tagungsstätte bereichern werde.

Die Tagungsstätte stehe in der nächsten Zeit vor großen Herausforderungen, so Direktor Dr. Tratz. So müsse man sich auf die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft und auch der Justiz einstellen. Für die Fortbildungsstätte bedeute dies, dass sowohl die technische Ausstattung als auch die digitale Erreichbarkeit erheblich verbessert werden müssten. Eines der ersten Projekte sei sicherlich eine deutliche Beschleunigung der WLAN-Anbindung und eine weitere Optimierung des Datentransfers. Leider sei man bisher nicht so schnell vorangekommen, wie dies notwendig und wünschenswert wäre. Ein weiteres wichtiges Projekt sei der bevorstehende Umbau des Dachgeschosses des Schlossgebäudes. Aufgrund der zunehmenden Interaktivität in der Fortbildung habe die Tagungsstätte einen erheblichen Mehrbedarf an Kleingruppen- und Workshop-Räumen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagungen wollten immer häufiger aktiv am Erfolg der Veranstaltung mitwirken. Rollenspiele und Kleingruppenarbeit würden hierbei in den Vordergrund treten. Durch die unmittelbar bevorstehenden Baumaßnahmen in diesem Jahr würde der benötigte Raum geschaffen. Gleichzeitig könnten aber auch bauliche Mängel beseitigt sowie der Wärmeschutz und der Brandschutz optimiert werden, so Direktor Dr. Tratz.

Im Anschluss ergriff der Präsident des Landgerichts Neuruppin Egbert Simons das Wort. In seiner sehr persönlich gehaltenen Rede schilderte Landgerichtspräsident Simons sein erstmaliges Zusammentreffen mit Frau Uckrow vor vielen Jahren. Als Referatsleiter im Justizministerium Brandenburg habe er damals die Tagungsstätte Wustrau besucht, um sich ein Bild von den notwendigen Baumaßnahmen zu machen. Frau Uckrow sei zu diesem Zeitpunkt bereits die Verwaltungsleiterin gewesen. Die freundliche und kompetente Art von Frau Uckrow sei ihm aufgefallen. In der Folgezeit habe sich eine sehr gute Zusammenarbeit entwickelt. Als nun die Stelle von Frau Uckrow ausgeschrieben gewesen sei, habe er seine Geschäftsleiterin Frau Maaß ermutigt, sich um die Nachfolge zu bewerben. Er sei überzeugt, dass Frau Maaß die richtige Nachfolgerin sei, um die Arbeit von Frau Uckrow fortzusetzen.

Für die zweite Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie in Trier dankte die dortige Verwaltungsleiterin Andrea Meyer ihrer ausscheidenden Kollegin Christiane Uckrow. Frau Uckrow habe die Funktion der Verwaltungsleiterin „gelebt“. Die Position der Verwaltungsleiterin einer Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie sei tatsächlich ein einzigartiges Amt. Die Zusammenarbeit mit Frau Uckrow sei stets freundschaftlich und sachorientiert gewesen. Hierfür danke sie Frau Uckrow sehr herzlich. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tagungsstätte Trier wünschten Frau Uckrow alles Gute für den Ruhestand und würden sich über ein Wiedersehen freuen.

Nun richtete die scheidende Verwaltungsleiterin Christiane Uckrow das Wort an die Anwesenden. In einem kurzen Rückblick schilderte Frau Uckrow die Höhepunkte ihrer Zeit als Verwaltungsleiterin der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie. Von den Anfängen bis zum Jahr 2018 sei insbesondere die Sanierung der Liegenschaft von großer Bedeutung gewesen. Sie habe ihre Tätigkeit als Verwaltungsleiterin sehr gerne und mit Freude ausgeübt. Frau Uckrow dankte vor allem den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die langjährige vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit. Nach den Worten von Frau Uckrow erhoben sich alle Gäste der Festveranstaltung von ihren Stühlen und applaudierten stehend Frau Uckrow für ihre Worte und ihre Lebensleistung.

Zum Abschluss sprach die neue Verwaltungsleiterin Birgit Maaß zu den Anwesenden. Sie dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Tagungsstätte für die gute Aufnahme und Frau Uckrow für die reibungslose Übergabe der Amtsgeschäfte. Sie habe großen Respekt vor der neuen Aufgabe, freue sich aber auch auf diese Herausforderung.

   
An den offiziellen Teil der Veranstaltung schloss sich ein Stehempfang im Speisesaal der Tagungsstätte an, bei dem das Küchenteam der Deutschen Richterakademie die etwa 80 Anwesenden mit zahlreichen kulinarischen Leckerbissen verwöhnte. Die Anwesenden tauschten mit Christiane Uckrow gemeinsame Erinnerungen aus und wünschten der scheidenden Verwaltungsleiterin alles Gute für ihren Ruhestand.

               


Tagung zum „Rosenburg-Projekt“ des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz

Auch im Jahr 2018 löste die erneute Durchführung der Tagung zum „Rosenburg-Projekt“ des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz ein sehr großes Teilnahmeinteresse bei den Richterinnen und Richtern sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten in der gesamten Bundesrepublik aus. Bereits im Jahr 2017 erzielte die erstmalige Veranstaltung dieses Seminars in der Tagungsstätte Trier ein so großes Interesse, dass die Tagung um ein Vielfaches überbucht war. Auch die Wiederholung der Tagung in der Tagungsstätte Wustrau im März 2018 führte zu einer so große Nachfrage nach den Teilnahmeplätzen, dass leider nicht alle Interessentinnen und Interessenten einen der begehrten Teilnahmeplätze erhalten konnten.

Über 34 Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte informierten sich bei der Tagung über die Ergebnisse des Abschlussberichts der Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission, die sich im Auftrag des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz mit der personellen und fachlich-politischen Kontinuität des nationalsozialistischen Deutschlands im Regierungshandeln des Bundesjustizministeriums in der Nachkriegszeit der 1950er und 1960er Jahre beschäftigt hatte. Unter anderem referierte einer der beiden Leiter der Kommission Prof. Dr. Manfred Görtemaker von der Universität Potsdam über die Vorgehensweise und die Erkenntnisse des Projekts.

Im Rahmen der Tagung sprach auch die Leiterin der Abteilung Rechtspflege des Bundesministeriums, Frau Ministerialdirektorin Marie-Luise Graf-Schlicker, zu den fachlichen und politischen Konsequenzen aus dem Rosenburg-Projekt. Der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz hieß Ministerialdirektorin Graf-Schlicker sehr herzlich im Zeiten-Schloss der Tagungsstätte Wustrau willkommen. Die Deutsche Richterakademie sei sehr erfreut, dass das Bundesministerium erneut diese besonders wichtige Tagung in der Deutschen Richterakademie veranstalte. Das hohe Teilnahmeinteresse untermauere zudem die Bedeutung dieses Projekts, so Direktor Dr. Tratz.

Im Rahmen der Tagung stellte der Sonderberater Rosenburg-Projekt des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, Herr Ministerialdirigent a. D. Gerd J. Nettersheim, auch die neue Ausstellung des Bundesministeriums zum Thema Rosenburg-Projekt vor. Fachkundig führte der Sonderberater die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung durch die im Konferenzraum der Tagungsstätte erstmals präsentierte Ausstellung.

Auf der Fortbildungsveranstaltung berichteten zudem der Präsident des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main, Herrn Prof. Dr. Roman Poseck, und der Leiter der Dokumentations- und Forschungsstelle in der Justizakademie des Landes Nordrhein-Westfalen, Herr Stephan Wilms, über die Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus auf Seiten der Bundesländer. 


Reges Publikumsinteresse bei der Vernissage der neuen Ausstellung der Malerin Viola Meyer im Zieten-Schloss zu Wustrau

Unter dem Motto „Landschaften und Phantastisches“ steht die aktuelle Ausstellung der Malerin Viola Meyer, die am 06. März 2018 mit einer feierlichen Vernissage im Zieten-Schloss der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie eröffnet wurde. Gezeigt werden rund 40 teils großformatige Gemälde der in Sachsen arbeitenden Künstlerin, die hauptberuflich als Richterin am Amtsgericht Auerbach/Vogtland beschäftigt ist.

     

In das Zentrum seiner Begrüßungsansprache stellte der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz das Ausstellungsmotto „Landschaften und Phantastisches“. Beim Lesen sei er am Begriff „Phantastisches“ hängen geblieben. Da er vor einiger Zeit zufällig in eine Ausstellung von Vertretern der sog. „Fanatsy-Malerei“ geraten sei, hätte er sich gefragt, ob die Werke von Frau Meyer dieser Kunstbewegung zugeordnet werden könnten. Als Vorläufer der modernen „Fantasy-Malerei“ werde zumeist der  Renaissance-Maler Hieronymus Bosch angesehen, der von 1450 - 1516 in den Niederlanden lebte. In seinen Bildern habe er vielfach mit Symbolen gearbeitet. Daneben verwende Hieronymus Bosch häufig dämonische Figuren und Fabelwesen. So fänden sich menschliche Wesen mit Tierköpfen, Monster und Gnome. Insbesondere die zuletzt genannten Bildthemen seien auch in der modernen „Fantasy-Malerei“ wiederzufinden. Vertreterinnen und Vertreter dieser Kunstrichtung würden häufig mit Monstern und bizarren Landschaften arbeiten. Durch teils unmögliche Strukturen solle beim Betrachter ein Gefühl des Unwirklichen hervorgerufen werden. Beim Betrachten des Werkes von Frau Meyer habe er aber keine „unmöglichen Strukturen“ oder etwa „Monster“ entdeckt, so Akademiedirektor Dr. Tratz. Vielleicht habe die Künstlerin mit dem Begriff „Phantastisches“ etwas anderes ausdrücken wollen. Nach einem bekannten Wörterbuch besitze das Wort „fantastisch“ mehrere Bedeutungen. So sei etwas „fantastisch“, wenn ein Objekt oder ein Gedanke von der Fantasie erzeugt wurde. Der emotionale Ausruf „Das ist aber fantastisch“ führe zu einer anderen Bedeutung. So wolle man mit einem derartigen Ausruf deutlich machen, dass etwas „sehr gut“ oder „toll“ sei. Ausgehend von diesen sehr unterschiedlichen Bedeutungen sei zu vermuten, dass Frau Meyer mit dem Begriff „Phantastisches“ den Betrachtern vermitteln wolle, dass ihre Motive durch ihre Phantasie und nicht etwa im Wege der Freilichtmalerei entstanden seien. Die Gäste könnten gespannt sein, welche kreativen und vielleicht auch überraschenden Dinge die Phantasie von Frau Meyer auf die Leinwand gebracht hätten, so Direktor Dr. Tratz.

Besonders erfreut zeigte sich der Akademieleiter über die Anwesenheit der Tagungsleiter der aktuell laufenden Tagungen Ministerialdirigent a. D. Nettersheim und Oberstaatsanwalt Weyde sowie des Referenten Richter am Bundesgerichtshof a. D. Rothfuß.  

In das Werk der Künstlerin führte die Richterin am Landgericht Zwickau Claudia Heinze ein. Zunächst schilderte sie den biographischen Lebensweg der Künstlerin. Viola Meyer sei Mutter von fünf Kindern und arbeite in Vollzeit als Familienrichterin. 2013 habe sie ihren ersten Mal- und Zeichenkurs absolviert. Hierbei habe sie die Nassmaltechnik von Bob Ross entdeckt. Fasziniert von dieser Technik verbesserte sie ihre Fähigkeiten mit Hilfe weiterer Kurse. Frau Meyer sehe das Malen als eine Art der Entspannung und Befreiung von alltäglichen Belastungssituationen. Inspiriert werde Frau Meyer zudem durch zahlreiche Reisen.


Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungeröffnung durch den Musiker Sören Wendt, der die Besucherinnen und Besucher der Vernissage mit den gefühlvollen Klängen auf seiner Harfe sowie seinem Gesang begeisterte.

Anschließend konnten die rund 70 Gäste die in verschiedenen Räumen der Deutschen Richterakademie ausgestellten Kunstwerke näher in Augenschein nehmen und mit der Künstlerin erörtern. Bei Getränken und kulinarischen Leckerbissen, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Richterakademie vor- und zubereitet worden waren, klang die Vernissage aus. Am Ende der Veranstaltung konnte Akademieleiter Dr. Tratz resümieren, diese Vernissage sei „phantastisch“ gewesen.

Viola Meyer: „Landschaften und Phantastisches“, Deutsche Richterakademie,

Am Schloss 1, 16818 Wustrau, Vernissage: 06.03.2018, 19.30 Uhr,

Ausstellung bis zum 27.04.2018, Öffnungszeiten: mittwochs 13.00 – 16.00 Uhr, Eintritt frei


Informationsbesuch einer Delegation der Generalstaatsanwaltschaft der Republik Usbekistan in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie

Unter der Leitung des Leiters der Weiterbildungseinrichtung bei der Generalstaatsanwaltschaft der Republik Usbekistan Evgeniy Kolenko besuchte eine zehnköpfige Delegation der Generalstaatsanwaltschaft die Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie. Die Delegation wurde am 27.02.2018 durch den Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz sehr herzlich willkommen geheißen. Akademiedirektor Dr. Tratz, der im vergangenen Jahr die Generalstaatsanwaltschaft der Republik Usbekistan in Taschkent besucht hatte, zeigte sich hoch erfreut, die Kolleginnen und Kollegen aus Usbekistan wiederzusehen und im Zieten-Schloss der Deutschen Richterakademie begrüßen zu können.

Nach einer ausführlichen Führung durch die Liegenschaft und die Räumlichkeiten der Tagungsstätte erläuterte Akademiedirektor Dr. Tratz die Organisation der Fortbildung der Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten in der Bundesrepublik Deutschland. In den beiden Tagungsstätten in Trier und Wustrau biete man jährlich rund 150 Fortbildungstagungen an, die von etwa 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht würden. In der Bundesrepublik Deutschland bestehe keine Verpflichtung zur Fortbildung. Vielmehr sei es die freie Entscheidung der Kolleginnen und Kollegen, eine Fortbildungsveranstaltung bei der Deutschen Richterakademie zu besuchen. Daher sei man sehr zufrieden, dass die Fortbildungsangebote sehr gut angenommen würden. So habe die Auslastung der Akademie im Jahr 2017 bei über 91 % gelegen. Die Evaluation des zukünftigen Fortbildungsbedarfs erfolge zumeist über Fragebögen, die jede Tagungsteilnehmerin und jeder Tagungsteilnehmer  ausgehändigt bekomme, so Direktor Dr. Tratz. Aus der Auswertung der anonymen Fragebögen könne sehr gut entnommen werden, welcher zukünftige Fortbildungsbedarf bestehe.

Besonders interessiert zeigte sich die Delegation aus Usbekistan an der Auswahl der Referentinnen und Referenten der einzelnen Fortbildungsveranstaltungen. Akademiedirektor Dr. Tratz erläuterte, dass die Deutsche Richterakademie über kein fest angestelltes Lehrpersonal verfüge, sondern für jede einzelne Fortbildungsveranstaltung die fachlich am besten geeigneten Referentinnen und Referenten ausgesucht würden. Auf diese Weise habe man die Möglichkeit flexibel sowohl auf aktuelle Entwicklungen als auch auf die Ergebnisse der Evaluation  vorangegangener Seminare zu reagieren. Auch zu den verhaltensorientierten und interdisziplinären Tagungen wurden zahlreiche Nachfragen gestellt. Ebenso interessierten sich die Gäste aus Usbekistan für die Begleitung der Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs und der elektronischen Akte durch die Deutsche Richterakademie.

Der Besuch der Tagungsstätte Wustrau wurde durch ein gemeinsames Mittagessen im historischen Pavillon des Schlossgebäudes abgerundet. Hierbei wurde die inhaltliche Diskussion zwischen den Delegationsmitgliedern und Direktor Dr. Tratz fortgesetzt.

Die Gäste aus Usbekistan hielten sich im Rahmen einer von der Deutschen Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit e. V. (IRZ) organisierten Informationsreise in der Bundesrepublik Deutschland auf.



Informationsbesuch des Geschäftsführers der Trier Tourismus und Marketing GmbH Norbert Käthler in der Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie

Möglichkeiten der Kooperation und der zukünftigen Zusammenarbeit standen im Zentrum eines Informationsbesuchs des Geschäftsführers der Trier Tourismus und Marketing GmbH (ttm) Norbert Käthler in der Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie. In der ttm sind das Veranstaltungsmanagement, das städtische Marketing und die Standortvermarktung im Bereich der Kongress- und Messeaktivität der Stadt Trier gebündelt. Der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz hieß ttm-Geschäftsführer Käthler sehr herzlich in der Tagungsstätte willkommen. Auch wenn die Deutsche Richterakademie primär mit der Fortbildung von Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte aus der gesamten Bundesrepublik befasst sei, stelle man gerne auch Tagungskapazitäten für andere Gruppen zur Verfügung. Auch diene die richterliche und staatsanwaltliche Fortbildung in Trier auch der Steigerung der Bekanntheit der Stadt, so Akademiedirektor Dr. Tratz. Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer würden im Anschluss an besuchte Tagungen auch privat nach Trier zurückkommen.

Nach einer ausführlichen Führung durch die Seminarräume, die Gästezimmer und die Freizeiteinrichtungen der Tagungsstätte wurde der Informationsbesuch mit einem intensiven Meinungs- und Erfahrungsaustausch fortgesetzt. Hierbei wurden zahlreiche Aspekte des Veranstaltungsmanagements thematisiert. Geschäftsführer Käthler und Direktor Dr. Tratz bilanzierten am Ende des Informationsbesuchs, das gemeinsame Gespräch sei bereichernd und  fruchtbringend gewesen. Ein kontinuierlicher Kontakt sei auch in Zukunft sinnvoll.


Lothar de Maizière als Referent bei der Deutschen Richterakademie in Wustrau

Über die Herstellung der Deutschen Einheit in rechtlicher und politischer Hinsicht sprach der letzte Ministerpräsident der DDR und spätere Bundesminister für besondere Aufgaben Dr. Lothar de Maizière in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie. Dr. Lothar de Maizière, der heute als Rechtsanwalt in Berlin arbeitet, war einer der Hauptredner der von Niedersachsen veranstalteten Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Deutsche Justizgeschichte ab 1945“. Im Rahmen der Tagung informierten sich rund 40 Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte über die unterschiedliche Entwicklung der Justizsysteme in der Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen DDR. Weitere Themen der Tagung unter Moderation des Tagungsleiters Hennig von Alten waren die Aufklärung und Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen, die Geschichte der RAF und der Wiederaufbau der Justiz nach dem Zweiten Weltkrieg.

Der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz begrüßte Dr. Lothar de Maizière sehr herzlich im Zieten-Schloss zu Wustrau. Akademiedirektor Dr. Tratz hob hervor, es sei eine besondere Ehre für die Deutsche Richterakademie, dass Dr. de Maizière als Referent an einer Tagung mitwirke. Für die Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmer seien der Vortrag und das Gespräch mit Dr. de Maizière ein besonderes Highlight der Tagung. Die Deutsche Richterakademie wolle erreichen, dass die Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmer die Möglichkeit bekämen, aus erster Hand profunde Informationen über die Herstellung der Deutschen Einheit von einem der maßgeblich handelnden Politiker zu erhalten.


Besuch des Vorsitzenden der Länderkommission der Nationalen Stelle zur Verhütung von Folter Staatssekretär a. D. Rainer Dopp in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie

Möglichkeiten der zukünftigen Zusammenarbeit standen im Mittelpunkt eines Arbeitsbesuchs des Vorsitzenden der Länderkommission der Nationalen Stelle zur Verhütung von Folter Staatssekretär a. D. Rainer Dopp in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie. Begleitet wurde Staatssekretär a. D. Dopp durch das Vorstandsmitglied der Nationalen Stelle Ministerialdirigent a. D. Dr. Helmut Roos. Die Vertreter der Nationalen Stelle wurden durch den Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz sehr herzlich in den Räumlichkeiten des Zieten-Schlosses willkommen geheißen. Er freue sich mit Rainer Dopp den ehemaligen Justizstaatssekretär von Mecklenburg-Vorpommern und mit Dr. Helmut Roos einen früheren Tagungsleiter von Fortbildungsveranstaltungen des Bundeslandes Hessen in der Tagungsstätte begrüßen zu können. Für die Deutsche Richterakademie sei es von großem Interesse, mit der Nationalen Stelle ins Gespräch zu kommen, so Akademiedirektor Dr. Tratz. 

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im festlich geschmückten Pavillon des Schlossgebäudes präsentierte Direktor Dr. Tratz den Gästen der Nationalen Stelle die Räumlichkeiten der Tagungsstätte Wustrau. Insbesondere ging er auf die für den Sommer geplanten größeren Baumaßnahmen ein, in deren Rahmen das Dachgeschoss des Schlossgebäudes für den Tagungsbetrieb optimiert werden soll. Erfreulicherweise habe die Deutsche Richterakademie auch im Fortbildungsjahr 2017 eine Auslastung von über 91 % und damit quasi eine Vollauslastung erreichen können. Dieses rege Teilnahmeinteresse zeige, dass die Fortbildungsverantwortlichen der Programmkonferenz der Deutschen Richterakademie die richtigen Schwerpunkte gesetzt hätten.  Aufgrund der hohen Auslastung müssten aber insbesondere für interaktive Veranstaltungen weitere Tagungskapazitäten erschlossen werden.

Im Rahmen des Gesprächs stellte der Vorsitzende der Länderkommission der Nationalen Stelle zur Verhütung von Folter die Arbeit der Institution vor. Die Einrichtung der Nationalen Stelle beruhe auf dem Zusatzprotokoll des Übereinkommens der Vereinten Nationen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche und erniedrigende Behandlungen. Aufgabe der Nationalen Stelle sei der regelmäßige Besuch von Orten der Freiheitsentziehung, um Empfehlungen und Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Jährlich werde der Bundesregierung, den Landesregierungen und den Parlamenten berichtet. Die Mitglieder der Länderkommission würden von der Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister ernannt, so Staatssekretär a. D. Rainer Dopp.

Am Ende des Gesprächs vereinbarten Staatssekretär a. D. Dopp und Direktor Dr. Tratz in Kontakt zu bleiben.


Informationsbesuch einer Delegation des Beijing High People`s Court aus der Volksrepublik China in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie

Die richterliche und staatsanwaltschaftliche Fortbildung stand im Mittelpunkt eines Besuchs einer 20köpfigen Delegation des Beijing High People`s Court in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie.  Die Kolleginnen und Kollegen aus der Volksrepublik China wurden am 31. Januar 2018 durch den Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz sehr herzlich im Zieten-Schloss zu Wustrau willkommen geheißen. Akademiedirektor Dr. Tratz betonte, für die Deutsche Richterakademie sei der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus China von besonderer Bedeutung. Auch wenn China und Deutschland rund 7.200 Kilometer voneinander entfernt lägen, sei es aufgrund der internationalen Verzahnung in Wirtschaft und Politik erforderlich, über solide Kenntnisse und Informationen anderer Rechtssysteme zu verfügen. Dies gelte aufgrund ihrer internationalen Bedeutung besonders für die Volksrepublik China.

Nach einer ausführlichen Führung durch die Liegenschaft und die Räumlichkeiten der Tagungsstätte erläuterte Akademiedirektor Dr. Tratz die Organisation der Fortbildung der Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten in der Bundesrepublik Deutschland. In den beiden Tagungsstätten in Trier und Wustrau biete man jährlich rund 150 Fortbildungstagungen an, die von etwa 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht würden. In der Bundesrepublik Deutschland bestehe keine Verpflichtung zur Fortbildung. Vielmehr sei es die freie Entscheidung der Kolleginnen und Kollegen, eine Fortbildungsveranstaltung bei der Deutschen Richterakademie zu besuchen. Daher sei man sehr froh, dass die Fortbildungsangebote sehr gut angenommen würden. So habe die Auslastung der Deutschen Richterakademie im Jahr 2017 bei 91,2 % gelegen. Bei Berücksichtigung kurzfristiger krankheitsbedingter Ausfälle könne man von einer faktischen Vollauslastung sprechen.

Besonders interessiert zeigten sich die Kolleginnen und Kollegen aus Peking an der Ermittlung des zukünftigen Fortbildungsbedarfs. Diese erfolge zumeist über Fragebögen, die jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer einer Veranstaltung ausgehändigt bekomme, so Direktor Dr. Tratz. Im Jahr 2017 seien rund 80 % der Fragebögen zurückgegeben worden. Aus der Auswertung der anonymen Fragebögen könne sehr gut entnommen werden, welcher Fortbildungsbedarf bei den Kolleginnen und Kollegen bestehe.


Präsident des Bundessozialgerichts Prof. Dr. Rainer Schlegel als Referent in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie

Im Rahmen der Tagung „SGB V – Aktuelle Entwicklungen im Recht der gesetzlichen Krankenversicherung“ referierte der Präsident des Bundessozialgerichts Prof. Dr. Rainer Schlegel am 29. Januar 2018 in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie. Der Präsident des Bundessozialgerichts wurde von den Tagungsleitern der von Schleswig-Holstein veranstalteten Tagung Richterin am Sozialgericht Janine Gall und Richter am Sozialgericht Morten Adams sowie dem Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz sehr herzlich willkommen geheißen. Direktor Dr. Tratz zeigte sich hocherfreut, dass Prof. Dr. Schlegel als Präsident eines der fünf obersten Gerichtshöfe des Bundes im Jahr 2018 wiederum aktiv als Referent an einer Fortbildungsveranstaltung für Kolleginnen und Kollegen mitwirke. Dies sei ein deutliches Signal der Unterstützung für die richterliche Fortbildung in der Deutschen Richterakademie. Er hoffe, Prof. Dr. Schlegel auch zukünftig als Referent bei Veranstaltungen der Deutschen Richterakademie begrüßen zu können, so Direktor Dr. Tratz.

Prof. Dr. Schlegel referierte zum Thema „Ausgewählte Probleme des Versicherungs- und Beitragsrechts“. In dem von Schleswig-Holstein organisierten Seminar erörterten rund 40 Richterinnen und Richter der Sozialgerichtsbarkeit aller 16 Bundesländer rechtliche Fragestellungen und praktische Herausforderungen aus dem Recht der gesetzlichen Krankenversicherung. Thematisiert wurden beispielsweise Rechtsfragen aus dem Bereich Abrechnung von Krankenhausbehandlungen sowie dem Krankenversicherungsrecht mit Auslandsbezug. Auch die Arzneimittelversorgung und die Methodenbewertung im SGB V waren Bestandteil des Programms der Tagung.

Weitere Kooperation der Deutschen Richterakademie und der IHK Trier im Jahr 2018

Zu Gesprächen über die weitere Zusammenarbeit im Jahr 2018 trafen sich der  Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Trier (IHK) Dr. Jan Glockauer und der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz am 23. Januar 2018 in der Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie. Im November 2017 hatte erstmals im Rahmen der Tagung „Aktuelle Fragen des Asyl- und Ausländerrechts“ ein Informationsabend der Industrie- und Handelskammer Trier zu den Bemühungen und Erfolgen der Integration von Geflüchteten in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in der Tagungsstätte  stattgefunden. Bei diesem Informationsabend berichteten IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Glockauer gemeinsam mit der Bereichsleiterin des DIHK in Berlin Dr. Sandra Hartig über praktische Beispiele der Integration von Geflüchteten in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. In der anschließenden intensiven Diskussion mit den anwesenden rund 40 Verwaltungsrichterinnen und Verwaltungsrichtern gingen Frau Dr. Hartig und Herr Dr. Glockauer außerdem auf zahlreiche weitere Punkte wie die Frage nach einem Einwanderungsgesetz und zukünftige Herausforderungen der Integration ein. Die Rückmeldungen zu dieser Veranstaltung seien sehr positiv gewesen, konnte Direktor Dr. Tratz seinem Gesprächspartner Dr. Glockauer berichten. Auch der IHK-Hauptgeschäftsführer bewertete die Veranstaltung als vollen Erfolg. Daher biete man der Deutschen Richterakademie diese und ähnliche Veranstaltungen für das Fortbildungsjahr 2018 erneut an, so Dr. Glockauer. Direktor Dr. Tratz zeigte sich über dieses Angebot hocherfreut und versprach die Möglichkeiten der Realisierung mit den Programmverantwortlichen zu prüfen. Sowohl der Hauptgeschäftsführer der IHK Trier Dr. Glockauer als auch Direktor Dr. Tratz bekräftigten am Ende des Gespräch ihren Willen, die guten Kontakte und Beziehungen beider Institutionen auch im Jahr 2018 fortzusetzen.




Festliche Eröffnung der Ausstellung „Licht und Luft“ der Künstlerin Hélène Michel in der Tagungsstätte Trier

Mit einer gut besuchten Vernissage wurde am 18. Januar 2018 die neue Ausstellung der Künstlerin Hélène Michel in der Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie eröffnet. In der unter dem Motto „Licht und Luft“ stehenden Ausstellung werden mehrere Dutzend Gemälde der in Vietnam geborenen und in Bonn lebenden sowie arbeitenden Künstlerin gezeigt.

           
           

                       

In seiner Begrüßungsansprache ging der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz auf das Motto der Ausstellung „Licht und Luft“ ein. Für jede Malerin und jeden Maler seien diese beiden Elemente von großer Bedeutung. In der Natur könne man beobachten, dass sich die Wahrnehmung von Objekten je nach Art und Intensität des Lichts verändern würde. Vergrößere man die Distanz zu einem Gegenstand, führe dies mit wachsender Entfernung zu einer Veränderung der Farbwahrnehmung dieses Objekts. Ursache sei die Streuung des Sonnenlichts beispielsweise durch Verschmutzung der Luft oder andere Einflüsse. Warme Farben würden bei zunehmender Distanz weniger wahrgenommen, dagegen würden kalte Farben umso intensiver hervortreten. Zumeist nehme man warme Farben mit wachsender Entfernung in einem bläulichen Ton wahr, d. h. warmen Farben „verblauen“.  Grund hierfür sei, dass sich langwellige Strahlen, aus denen die warmen Farben bestehen, mit zunehmender Entfernung zerstreuten. Beim Betrachten eines Gemäldes würden daher warme Farben wie Gelb, Orange und Rot als nah wahrgenommen. Kalte Farben wie Grün und Blau wirkten hingegen fern. Die Effekte des Lichts seien seit Jahrhunderten von Künstlerinnen und Künstlern genutzt worden, wobei die physikalischen Ursachen wohl erst seit den Forschungsergebnissen von Max Planck und Albert Einstein zur Quantenhypothese nachvollzogen werden könnten. Aber auch die Luft stelle einen prägenden Faktor für die Malerei dar. Hier denke er primär an die Freilichtmalerei, d. h. das Malen im Freien bei natürlichen Licht- und Schattenverhältnissen, so Akademieleiter Dr. Tratz. Die Vorzüge des Malens im Freien habe bereits Leonardo da Vinci in seinem berühmten Essay „Traktat über die natürliche Malerei“ beschrieben. Er wüsste nicht, ob die Künstlerin ihre kompletten Gemälde im Freien malen würde. Er vermute aber, dass insbesondere ihre Gemälde von Venedig zumindest auch auf tatsächlichen Wahrnehmungen in der Lagunenstadt beruhten. Besonders erfreut zeigte sich Direktor Dr. Tratz über die Anwesenheit des Künstlers Leo Dellwo und des ehemaligen Richters am Bundesgerichtshof Wolfgang Pfister.

In das Werk von Hélène Michel führte Ihr Ehemann ein, da die ursprünglich vorgesehene Laudatorin aufgrund eines schweren Unwetters an der Anreise gehindert war. Für seine Frau, die ihre künstlerische Reife bei Dozenten in Frankreich und Deutschland erhalten habe, sei insbesondere die Harmonie der Farben von entscheidender Bedeutung. Die Verwendung der Farben würde zudem der chinesischen Malerei ähneln. Anschließend ergriff die Künstlerin Hélène Michel persönlich das Wort. Sie danke allen Anwesenden für ihr Kommen und freue sich auf den Austausch mit allen Besucherinnen und Besuchern der Vernissage.



Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungeröffnung durch Elise Hartmann und Katharina Wiesenfeldt. Die Flötendarbietungen der beiden Künstlerinnen wurden von den begeisterten Gästen der Vernissage mit viel Beifall honoriert.


Nun konnten die rund 70 Gäste die ausgestellten Kunstwerke von Hélène Michel näher in Augenschein nehmen und untereinander sowie mit der Künstlerin erörtern. Bei Getränken und Speisen aus der Küche der Tagungsstätte, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Richterakademie zubereitet worden waren, wurden die gewonnenen Eindrücke rege diskutiert.

Hélène Michel : „Licht und Luft“, Deutsche Richterakademie, Berliner Allee 7, 54295 Trier;

Vernissage: 18.01.2018, 19.30 Uhr; Ausstellung vom 18.01. bis zum 22.03.2018; Öffnungszeiten: dienstags bis donnerstags 09.00 – 16.30 Uhr, freitags 09.00 – 14.00 Uhr; Eintritt frei.


Stark besuchte Vernissage der neuen Ausstellung der Malerin Heidi Lasch im Zieten-Schloss zu Wustrau

Unter dem Motto „art SUBTIL“ steht die aktuelle Ausstellung der Malerin Heidi Lasch, die am 11. Januar 2018 mit einer feierlichen Vernissage im Zieten-Schloss der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie eröffnet wurde. Gezeigt werden rund 40 zumeist großformatige und farbgewaltige Acyl-, Aquarell- und Ölbilder, der in Mittweida geborenen Künstlerin.
        

In den Mittelpunkt seiner Begrüßungsansprache stellte der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz das Ausstellungsmotto „art SUBTIL“, welches ihn zunächst an die Kunstrichtung „Minimal Art“ erinnert habe. Vielen sei sicherlich bekannt, dass diese Bewegung in den 1960er Jahren in den USA entstanden sei. Typisch für den Minimalismus sei die Reduzierung auf einfache und übersichtliche meist geometrische Grundstrukturen gewesen. Beim Betrachten der Werke von Heidi Lasch sei er aber schnell zu dem Schluss gekommen, dass eine derartige Reduzierung nicht gewollt sei. Vielmehr erkenne man einen Detailreichtum und eine lebendige Farbigkeit bei ihren Gemälden. Auf der Suche nach der Bedeutung des Ausstellungsmottos sei daher der Begriff „SUBTIL“ in den Fokus seines Nachdenkens geraten, so Dr. Tratz. Der Begriff komme vom lateinischen Wort „subtilis“ und könne mir zart, fein, detailliert, spitzfindig oder unterschwellig übersetzt werden. Diese Bedeutung passe sehr gut zu den Werken von Heidi Lasch. Bei ihren Gemälden zeige die Künstlerin eine feine Beobachtungsgabe. Die Werke seien detailliert und stellten häufig teils unterschwellig die Schönheit der Natur dar. Ob er mit dieser Deutung des Ausstellungsmottos richtig liege, könne an diesem Abend gemeinsam mit der anwesenden Künstlerin geklärt werden.

Besonders erfreut zeigte sich der Akademieleiter über die Anwesenheit des Präsidenten des Landgerichts Neuruppin Egbert Simons und des Ortsvorstehers von Wustrau Ingo Lamprecht.  

In das Werk der Künstlerin führte kenntnisreich Frau Aßmann ein, die sowohl mit eigenen Worten als auch mit einem von der Künstlerin Eva Koch verfassten Text das Werk von Heidi Lasch würdigte. Ergänzt wurden die einführenden Worte durch eine lyrische Bildbegleitung durch Helga Werder, die mehrere eigene Gedichte passend zu den Gemälden von Heidi Lasch vortrug. Abschließend ergriff die Künstlerin Heidi Lasch das Wort und danke allen Anwesenden für ihr Kommen. Musikalisch bereichert wurde die Vernissage durch die Konzertpianistin Barno Haknazar am Steinway-Flügel der Deutschen Richterakademie.
                   

Anschließend konnten die rund 120 Besucherinnen und Besucher die in den verschiedenen Räumlichkeiten der Tagungsstätte ausgestellten Kunstwerke näher in Augenschein nehmen und mit der anwesenden Künstlerin Heidi Lasch diskutieren. Bei Getränken und kulinarischen Leckerbissen, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Richterakademie vor- und zubereitet worden waren, klang die Vernissage aus. Am Ende der Veranstaltung resümierte Akademieleiter Dr. Tratz, die Tagungsstätte Wustrau sei erfolgreich mit einem künstlerischen Ausrufezeichen in das Jahr ihres 25. Bestehens  gestartet.
Heidi Lasch: „art SUBTIL“,
Deutsche Richterakademie, Am Schloss 1, 16818 Wustrau,

Vernissage: 11.01.2018, 19.30 Uhr, Ausstellung bis zum 01.03.2018,

Öffnungszeiten: mittwochs 13.00 – 16.00 Uhr, Eintritt frei

Zeitungsartikel können Sie unter folgenden Links nachlesen: Zeitungsartikel I; Zeitungsartikel II

Deutsche Richterakademie - Tagungsstätte Trier: trier(at)deutsche-richterakademie.de - Tagungsstätte Wustrau: wustrau(at)deutsche-richterakademie.de