Aktuelles

Informationen zu aktuellen Themen

Informationen über das aktuelle Tagungsprogramm erhalten Sie, indem Sie auf den Navigationspunkt Jahresprogramm  klicken. Sie können das Programm als Tabelle mit verschiedenen Filterfunktionen aufrufen. Zum Download halten wir auch eine PDF-Datei für Sie vor. Zwei Wochen vor Tagungsbeginn können Sie unter der Rubrik Tagungsprogramme das ausführliche Programm der in den Tagungsstätten in Trier und Wustrau stattfindenden Tagungen aufrufen.








Tagung „Ausgewählte Fragen des Strafrechts und des Strafverfahrens“ mit Richter am Bundesverfassungsgericht Prof. Dr. Radtke

Im Rahmen der Tagung „Ausgewählte Fragen des Strafrechts und des Strafverfahrens“ referierte Richter am Bundesverfassungsgericht Prof. Dr. Radtke am 22. März 2019 in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie. Prof. Dr. Radtke wurde durch den Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz und den Tagungsleiter sehr herzlich im Zieten-Schloss willkommen geheißen. Es sei eine Freude für die Deutsche Richterakademie, dass mit Prof. Dr. Ratke ein Richter des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts aktiv an einer Fortbildungsveranstaltung für Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte mitwirke. Dies sei ein deutliches Zeichen der Unterstützung für die Fortbildungsbemühungen der Deutschen Richterakademie, so Direktor Dr. Tratz. Er hoffe, Prof. Dr. Radtke auch in Zukunft in den beiden Tagungsstätten der Deutschen Richterakademie in Trier und Wustrau begrüßen zu können.

Richter am Bundesverfassungsgericht Prof. Dr. Radtke, der vor seiner Berufung an das Bundesverfassungsgericht Richter eines Strafsenats des Bundesgerichtshofs war, sprach zum Thema „Europarechtliche Einflüsse im Strafverfahren“. Die Ausführungen von Prof. Dr. Radtke stießen auf große Resonanz bei den rund 40 Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmern. In dem vom Bundesland Berlin organisierten Seminar wurden zusätzlich Fragen des Beweisantragsrechts, des materiellen Strafrechts und die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Urteilsabfassung und zur Verständigung in Strafsachen erörtert. 


Tagung zum „Rosenburg-Projekt“ des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz

Auch im Jahr 2019 löste die erneute Durchführung der Tagung zum „Rosenburg-Projekt“ des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz ein sehr großes Teilnahmeinteresse bei den Richterinnen und Richtern sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten in der gesamten Bundesrepublik aus. Bereits in den Jahren 2017 und 2018 hatte die Veranstaltung dieses Seminars ein so großes Interesse ausgelöst, dass die Tagung um ein Vielfaches überbucht war. Auch die  Wiederholung der Veranstaltung in der Tagungsstätte Trier im März 2019 führte zu einer so große Nachfrage, dass nicht alle Interessentinnen und Interessenten berücksichtigt werden konnten. Nach den Worten von Akademiedirektor Dr. Stefan Tratz sei die Deutsche Richterakademie hoch erfreut, dass das Bundesministerium diese besonders wichtige Tagung wiederum in der Deutschen Richterakademie veranstalte. Das hohe Teilnahmeinteresse untermauere die Bedeutung dieses Themas für die Justiz, so Direktor Dr. Tratz.

Rund 40 Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte informierten sich bei der Tagung über die Ergebnisse des Abschlussberichts der Unabhängigen Wissenschaftlichen Kommission, die sich im Auftrag des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz mit der personellen und fachlich-politischen Kontinuität des nationalsozialistischen Deutschlands im Regierungshandeln des Bundesjustizministeriums in der Nachkriegszeit der 1950er und 1960er Jahre beschäftigt hatte. Unter anderem referierte einer der beiden Leiter der Kommission Prof. Dr. Manfred Görtemaker von der Universität Potsdam über die Vorgehensweise und die Erkenntnisse des Projekts.
                                                         

Im Rahmen der von Ministerialdirigent a. D. Gerd J. Nettersheim geleiteten Fortbildungsveranstaltung sprachen auch der Präsident des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main, Herrn Prof. Dr. Roman Poseck, und der Präsident des Gemeinsamen Juristischen Prüfungsamtes der Länder Berlin und Brandenburg, Herr Martin Groß, über die Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus auf Seiten der Bundesländer Hessen und Berlin. Zudem berichtete der Wissenschaftliche Direktor der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden, Herr Prof. Dr. Doron Kiesel, über die Wahrnehmung des Rosenburg-Projekts aus externer Sicht.

Arbeitstagung der Programmkonferenz der Deutschen Richterakademie in Schleswig

Zur Planung der Fortbildungsveranstaltungen für Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte im Jahr 2020 traf sich die Programmkonferenz der Deutschen Richterakademie vom 18. - 20. März 2019 zu einer dreitägigen Arbeitstagung im Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgericht in Schleswig. Die Fortbildungsverantwortlichen der 16 Bundesländer und des Bundes wurden durch die Präsidentin des Oberlandesgerichts Uta Fölster und den Vizepräsidenten des Oberlandesgerichts Rainer Hanf sehr herzlich in den Räumlichkeiten des Gerichts willkommen geheißen.

Zu Tagungsbeginn präsentierte der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz die hervorragenden Ergebnisse des vergangenen Fortbildungsjahrs 2018. Trotz der größeren Baumaßnahmen in der Tagungsstätte Wustrau besuchten insgesamt 4.462 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die 144 angebotenen Seminare der Deutschen Richterakademie. Insgesamt sei die Deutsche Richterakademie mit ihren Tagungsstätten in Trier und Wustrau zu 91,9 % und damit wiederum fast vollständig ausgelastet gewesen. Die Durchschnittsbewertung sämtlicher Tagungen lag im vierten Jahr in Folge über 8,0 von 9 möglichen Punkten. Im Jahr 2019 konnte die Durchschnittsbewertung sogar erstmals den Rekordwert von 8,1 von 9 möglichen Punkten erreichen. Diese herausragenden Zahlen verdeutlichten die weiterhin sehr hohe Akzeptanz der Fortbildung bei den Kolleginnen und Kollegen der Gerichte sowie Staatsanwaltschaften in allen 16 Bundesländern, so Akademiedirektor Dr. Tratz.

Nach dem Bericht des Direktors begannen die Mitglieder der Programmkonferenz unter Leitung der Fortbildungsreferentin von Schleswig-Holstein RiinOLG Martina Görschen-Weller mit der Planung des Fortbildungsjahrs 2020. Die Fortbildungsverantwortlichen des Bundes und aller 16 Bundesländer analysierten und diskutierten intensiv den Fortbildungsbedarf der Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte. Gemeinsam wurden die Themen für die Durchführung von 147 Tagungen beschlossen, die nun im Detail vorbereitet und auf die beiden Tagungsstätten verteilt werden. Die zukünftigen Tagungen setzen sich aus juristischen Fachtagungen sowie interdisziplinären und verhaltensorientierten Veranstaltungen zusammen. Bei einer weiteren Sitzung der Fortbildungsverantwortlichen im Mai 2019 in der Tagungsstätte Wustrau wird das Programm für das Jahr 2020 endgültig beschlossen.
                                                         

Bei einem festlichen Abendessen wurden die Fortbildungsverantwortlichen durch die Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein Dr. Sabine Sütterlin-Waack empfangen. Die Fortbildung der Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte habe eine besondere Bedeutung für die Justiz. Das Jahresprogramm der Deutschen Richterakademie leiste einen großen Beitrag zur Sicherung der Qualität der Rechtsprechung. Besonders freue sie sich aber, dass das Bundesland Schleswig-Holstein den nächsten Direktor der Deutschen Richterakademie stellen werde, so Ministerin Dr. Sütterlin-Waack.

Lothar de Maizière als Referent bei der Deutschen Richterakademie in Wustrau

Zu Thema „Die Herstellung der Deutschen Einheit in rechtlicher und politischer Hinsicht“ referierte der letzte Ministerpräsident der DDR und spätere Bundesminister für besondere Aufgaben Dr. Lothar de Maizière in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie. Dr. Lothar de Maizière, der heute als Rechtsanwalt in Berlin arbeitet, war einer der Hauptredner der Fortbildungsveranstaltung „Deutsche Justizgeschichte ab 1945“. Im Rahmen der vom Bundesland Niedersachsen veranstalteten Tagung informierten sich rund 40 Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte über die unterschiedliche Entwicklung der Justizsysteme in der Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen DDR nach 1945. Weitere Themen der Tagung unter Moderation des Tagungsleiters Präsident des Verwaltungsgerichts a. D. Hennig von Alten waren die Aufklärung und Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen, das Rosenburg-Projekt des Bundesjustizministeriums, die Geschichte der RAF und der Wiederaufbau der Justiz nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR und der Bundesrepublik Deutschland.

Die Verwaltungsleiterin der Tagungsstätte Wustrau, Frau Birgit Maaß, begrüßte Dr. Lothar de Maizière sehr herzlich im Zieten-Schloss zu Wustrau. Frau Maaß bestellte die besten Grüße des Direktors der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz, der sich zeitgleich in der zweiten Tagungsstätte in Trier aufhielt. Frau Maaß hob hervor, es sei eine besondere Ehre für die Tagungsstätte Wustrau, dass Dr. de Maizière als Referent an einer Tagung mitwirke. Für die Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmer stellten seine Ausführungen ein besonderes Highlight der Tagung dar. Es sei das Ziel der Deutsche Richterakademie, den Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmer Hintergrundinformationen und Erfahrungen über die Herstellung der Deutschen Einheit aus erster Hand von einem der maßgeblich handelnden Politiker zu vermitteln.


Dr. h. c. Charlotte Knobloch wieder Referentin in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie

Im Rahmen des Seminars „Politischer Extremismus – Herausforderungen für Gesellschaft und Justiz“ referierte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Frau Dr. h. c. Charlotte Knobloch, in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie. Frau Dr. h. c. Knobloch sprach vor rund 40 Richterinnen und Richtern sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten aus der gesamten Bundesrepublik über die Aktualität und die zunehmenden Gefahren des Antisemitismus. Im Anschluss an ihr Referat mit dem Titel „Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft – gibt es (k)eine Bewusstseinsveränderung nach dem Holocaust?“ diskutierte Frau Dr. h. c. Knobloch mit den Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmern intensiv und engagiert über zahlreiche Aspekte ihrer Ausführungen.

Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und ehemalige Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses wurde am 19. Februar 2019 sehr herzlich durch den Tagungsleiter Generalstaatsanwalt Prof. Dr. Helmut Fünfsinn und den Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz im Zieten-Schloss zu Wustrau willkommen geheißen. Beide dankten Frau Dr. h. c. Knobloch, dass sie auch in diesem Jahr als Referentin zur Verfügung stünde und mit ihren Ausführungen die Tagung bereichern würde.

In ihrem Vortrag vor den Richterinnen und Richtern sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten führte Frau Dr. h. c. Knobloch aus, zahlreiche Vorfälle der letzten Monate machten die Aktualität des Themas deutlich. So denke sie an gewaltsame Angriffe auf Männer, die eine Kippa trugen. Auch würden jüdische Kinder häufiger beschimpft und in der Schule gemobbt. Diese omnipräsente Bedrohung schmerze. Manche Familien dächten sogar an eine Auswanderung. Der Kampf gegen diesen Antisemitismus sei aber auch ein Kampf für den Rechtsstaat und die Freiheit. Antisemiten seien auch Antidemokraten. Der Staat müsse wachsam und wehrhaft sein, so die Überlebende des Holocaust. Rechtsextreme Parteien passten ebenfalls nicht in das moderne Deutschland. Nach ihrer Kritik an der AfD im Januar 2019 bei einer Feierstunde im Bayerischen Landtag sei sie zur Zielscheibe in den sozialen Netzwerken geworden. Neben Beschimpfungen habe sie auch Drohungen mit körperlicher Gewalt und sogar dem Tod erhalten. Die virtuelle Welt führe zu einer Enthemmung. Zwar seien die gesetzlichen Regelungen des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes ein guter Anfang. Teilweise wirkten die Waffen des Rechtsstaats aber etwas stumpf. Sie sehe aber auch positive Entwicklungen. So sei die Einrichtung des Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen den Antisemitismus und vergleichbarer Beauftragter in vielen Bundesländern zu begrüßen. Auch in der Justiz seien Beauftragte ernannt worden. Zudem werde in der Gesellschaft weiter über die Gefahren des Antisemitismus diskutiert. Man dürfe daher nicht in Schwarzmalerei verfallen. Intoleranz dürfe aber nicht toleriert werden, so Frau Dr. h. c. Knobloch.
                                             
Generalstaatsanwalt Prof. Dr. Fünfsinn und Direktor Dr. Tratz dankten Frau Dr. h. c. Knobloch für ihre engagierten Ausführungen und äußerten die Hoffnung, Frau Dr. h. c.  Knobloch bei einer Fortsetzung der Tagung im Jahr 2020 erneut als Referentin gewinnen zu können.


Tagung „Verfassungsrecht in der strafrichterlichen Praxis“ mit Richterin am Bundesverfassungsgericht Dr. Ott sowie dem Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz Prof. Dr. Arloth

Im Rahmen der Tagung „Verfassungsrecht in der strafrichterlichen Praxis“ referierten die Richterin am Bundesverfassungsgericht Dr. Yvonne Ott sowie der Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz Prof. Dr. Frank Arloth in der Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie. Frau Dr. Ott und Herr Prof. Dr. Arloth wurden vom Tagungsleiter Richter am Amtsgericht Dr. Tobias Witzigmann sowie dem Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz sehr herzlich willkommen geheißen. Die aktive Mitwirkung einer Richterin am Bundesverfassungsgericht sowie des Amtschefs eines der Trägerländer der Deutschen Richterakademie im Rahmen der Fortbildung stelle ein deutliches Signal der Unterstützung für die richterliche und staatsanwaltschaftliche Fortbildung dar, so Direktor Dr. Tratz. Er hoffe, auch zukünftig Frau Dr. Ott und Herrn Prof. Dr. Arloth in den beiden Tagungsstätten der Deutschen Richterakademie in Trier und Wustrau begrüßen zu können.

Richterin am Bundesverfassungsgericht Dr. Ott referierte zum Thema „Verfassungsrecht bei strafprozessualen Ermittlungsmaßnahmen“. Die Ausführungen von Frau Dr. Ott stießen auf ein großes Interesse bei den anwesenden Richterinnen und Richtern sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten. Auch die Möglichkeit zu Nachfragen und zur Diskussion wurde rege genützt. Ministerialdirektor Prof. Dr. Arloth hatte das Thema „Verfassungsrecht und Strafvollzug“ für seine Ausführungen gewählt. Das Referat stieß ebenfalls auf große Resonanz bei den rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung. In dem vom Bundesland Bayern organisierten Seminar erörterten die teilnehmenden Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte den Einfluss des Verfassungsrechts auf die strafgerichtliche Praxis.  Angesprochen wurden unter anderem die Themenfelder „Untersuchungshaft und Verfassungsrecht“, „Strafe als Verfassungsproblem“ und „Die Verfassungsbeschwerde im Strafrecht“.





Fortbildungsveranstaltung zur „Interkulturellen Kompetenz“ mit dem Wissenschaftlichen Leiter des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma in der Tagungsstätte Wustrau

Die „Interkulturelle Kompetenz“ ist Leitthema einer Tagung für Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie. Im Rahmen des durch das Bundesland Nordrhein-Westfalen veranstalteten Seminars werden Einblicke in verschiedene Kulturkreise vermittelt und konkrete Beispielsfälle aus dem Justizalltag gemeinsam erörtert. Themen der Tagung sind unter anderem die „kulturelle Wertestruktur des Islams“, der Einfluss von Traumatisierungen auf die Kommunikation, das Phänomen der Schattenjustiz und die interkulturellen Herausforderungen bei Russischsprachigen und Spätaussiedlern.

Im Rahmen der von Direktor des Amtsgerichts Frank Waab geleiteten Tagung referierte auch der Wissenschaftliche Leiter des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma, Herr Herbert Heuß, über die Geschichte und die Gegenwart von Sinti und Roma in Deutschland. Bei der Gruppe der Roma handele es sich um eine äußerst heterogene Gruppe, deren kulturelle Verbindung vor allem die Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus sei, so Herbert Heuß. Anhand von Beispielen schilderte der Referent die Geschichte des Antiziganismus und die aktuelle Situation der deutschen Sinti und Roma. Durch die rund 35 Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer wurden zahlreiche Nachfragen gestellt und intensiv mit dem Referenten diskutiert.

Der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz dankte Herrn Heuß sehr herzlich für sein Kommen. Seit dem Jahr 2018 stünde die Deutsche Richterakademie in gutem Kontakt zum Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma. Man sei hoch erfreut, dass der Wissenschaftliche Leiter des Zentralrats vor den Richterinnen und Richtern sowie den Staatsanwältinnen und Staatsanwälten referiert habe. Er sei überzeugt, dass der Vortrag die Kenntnisse und das Verständnis für die nationale Minderheit der Sinti und Roma verstärkt habe, so Akademiedirektor Dr. Tratz. Auch zukünftig sei man an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert.


Hervorragend besuchte Vernissage der Ausstellung „Kontraste“ der Künstler Rolf Weiland und Leo Dellwo in der Tagungsstätte Trier

Mit einer feierlichen Vernissage wurde am 17.01.2019 die gemeinsame Ausstellung der in der Region Trier lebenden und arbeitenden Künstler Rolf Weiland und Leo Dellwo in der Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie eröffnet. In der unter dem Motto „Kontraste“ stehenden Ausstellung werden jeweils rund 35 Gemälde des Malers Rolf Weiland und rund 30 Skulpturen des Künstlers Leo Dellwo ausgestellt.
        

In seiner Begrüßungsansprache zeigte sich der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz hoch erfreut, dass die beiden bekannten Künstler nach 2014 erneut gemeinsam in der Deutschen Richterakademie ausstellen würden. Als Ausstellungsmotto hätten sie den Begriff „Kontraste“ gewählt. Das Wort „Kontrast“ leite sich bekanntlich vom lateinischen Wort „contrastare“ ab, welches übersetzt „entgegenstellen“ bedeute. Im Deutschen verstehe man unter einem Kontrast einen starken Gegensatz bzw. einen auffallenden Unterschied. Aber was sage das Motto über die Ausstellung von Rolf Weiland und Leo Dellwo aus. Auf den ersten Blick falle dem Betrachter natürlich auf, dass die Gemälde und Skulpturen einen deutlichen Unterschied in den verwendeten Materialien und der konkreten Darstellung aufweisen. Während die Gemälde von Rolf Weiland zumeist aus der Verwendung von Ölfarben auf Leinwänden entstanden seien, habe Leo Dellwo seine Skulpturen aus Ton und weiteren Materialien erschaffen. Aber gebe es in den Werken der beiden Künstler nicht auch etwas Verbindendes? Dies würde er bejahen, so Direktor Dr. Tratz. Durch die zeitgleiche Präsentation der Kunstwerke werde nicht nur etwas Gegensätzliches, sondern auch eine Art Harmonie erzeugt. Vielleicht zeigten sich sogar Gemeinsamkeiten bzw. eine Art Seelenverwandtschaft der Künstler. Die Aussagekraft der Kunstwerke könne sich durch die konkrete Ausstellung mit anderen Werken und Skulpturen verändern bzw. verstärken. Durch einen Kontrast erkenne man häufig deutlicher spezielle Punkte und Eigenschaften. In der Malerei wurde die Wirkung von Farben und Helligkeiten durch die Lehre von den Sieben Farbkontrasten herausgearbeitet. In dieser von Johannes Itten entwickelten Systematik werde dargestellt, wie sich verschiedene Farben gegenseitig beeinflussen. Beispiele seien einerseits der Hell-Dunkel-Kontrast, wie er häufig in den Werken von Rembrandt oder Goya zu finden sei, und andererseits der Kalt-Warm-Kontrast, der vielfach in der Landschaftsmalerei verwendet werde. Die Betrachter hätten die Chance, beim Gang durch die Ausstellung sowohl die gegensätzlichen als auch die verbindenden Punkte zu entdecken. Besonders erfreut zeigte sich Direktor Dr. Tratz über die Anwesenheit des stellvertretenden Direktors der Europäischen Rechtsakademie Luc Doeve.
                                                        

In das Werk der beiden Künstler führte Prof. Dr. Volker Dellwo ein. Der Sohn des Künstlers Leo Dellwo und Professor für Phonetik an der Universität Zürich verglich die Kunst mit der Wissenschaft. Beide würden sich mit komplexen Vorgängen beschäftigen. Auch sei sowohl bei Wissenschaftlern als auch bei Künstlern eine Motivation zum Gestalten vorhanden. Beide Gruppen wollten zudem Botschaften senden und/oder zum Nachdenken anregen. Ebenfalls zeige sich in Wissenschaft und Kunst, dass keine einfachen Antworten existierten. Zur Verdeutlichung ging Prof. Dr. Dellwo auf die Werke „Europa …“ und „Migration“ von Rolf Weiland ein. Von seinem Vater Leo Dellwo kenne er den Satz, in den Skulpturen sei „keine Botschaft drinnen“. Anhand der Objekte „König“ und „Kopf“ zeigte Prof. Dr. Dellwo aber auf, dass der Betrachter in den Skulpturen von Leo Dellwo dennoch eine Botschaft erkennen könne.

Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungeröffnung durch die Musikgruppe „Pipes ,n´ Strings“. Das Ensemble spielte traditionelle Folkmusik sowie Werke des Mittelalters bis zum Barock, welche bei den Gästen der Ausstellungseröffnung auf große Resonanz stieß und mit viel Beifall bedacht wurden.
                                             

Anschließend konnten die rund 150 Gäste die ausgestellten Gemälde und Skulpturen näher in Augenschein nehmen und untereinander sowie mit den beiden anwesenden Künstlern erörtern. Bei Getränken und Speisen, die durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschen Richterakademie zubereitet worden waren, wurden die gewonnenen Eindrücke rege diskutiert.

Rolf Weiland & Leo Dellwo: „Kontraste“, Deutsche Richterakademie, Berliner Allee 7, 54295 Trier; Vernissage: 17.01.2019, 19.30 Uhr; Ausstellung vom 18.01. bis zum 11.04.2019; Öffnungszeiten: dienstags bis donnerstags 09.00 – 16.30 Uhr, freitags 09.00 – 14.00 Uhr; Eintritt frei.



Informationsabend der IHK Trier zur Integration von Flüchtlingen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt

Im Rahmen der Tagung „Aktuelle Fragen des Asyl- und Ausländerrechts“ stellte die Industrie- und Handelskammer Trier (IHK) in der Deutschen Richterakademie ihre Bemühungen und Erfolge zur Integration von Geflüchteten in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vor. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jan Glockauer berichtete gemeinsam mit der Bereichsleiterin des DIHK in Berlin Dr. Sandra Hartig am 12.12.2018 über praktische Beispiele der Integration von Geflüchteten in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Während IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Glockauer vor allem Integrationsbeispiele aus der Region Trier schilderte, stellte Frau Dr. Hartig Fallbeispiele aus weiteren Bundesländern und aktuelle rechtliche Fragestellungen aus dem Bereich der Gesetzgebung in den Mittelpunkt ihres Vortrags. In der anschließenden intensiven Diskussion mit den anwesenden rund 40 Verwaltungsrichterinnen und Verwaltungsrichtern gingen Frau Dr. Hartig und Herr Dr. Glockauer außerdem auf zahlreiche weitere Punkte wie die Frage nach einer gesetzlichen Regelung der Fachkräftezuwanderung und zukünftige Herausforderungen der Integration ein. Abgerundet wurde der Informationsabend durch Gespräche in kleiner Runde. Am Ende der Veranstaltung dankte Akademiedirektor Dr. Tratz der IHK Trier für die interessanten Einblicke in die Praxis und äußerte die Hoffnung auf eine weiterhin guten Zusammenarbeit.
                                                    

In der vom Bundesland Bayern jährlich ausgerichteten Tagung zum Asyl- und Ausländerrecht wurden unter Leitung des Richters am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof Clemens Kurzidem zahlreiche Fragen des Migrationsrechts aus verschiedenen Blickwinkeln erörtert. So referierten unter anderem der Vorsitzende Richter am Bundesverwaltungsgericht Prof. Dr. Uwe Berlit zur aktuellen Rechtsprechung, Richter am Bundesverwaltungsgericht Prof. Dr. Harald Dörig zum Thema der Fortentwicklung des EU-Migrationsrechts durch nationale Richter und die Direktorin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge Gräfin Ursula Praschma zur Informationsgewinnung und Entscheidungspraxis des Bundesamtes. Im Rahmen der Tagung hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer außerdem die Möglichkeit, mit den Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bundesländern Erfahrungen und Informationen auszutauschen.

Delegation der School of Magistrates aus Albanien in der Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie

Unter Führung ihres Direktors Sokol Sadushaj besuchte eine 16köpfige Delegation der School of Magistrates aus Albanien im Rahmen eines Arbeitsbesuchs die Deutsche Richterakademie. Der Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz begrüßte die Kolleginnen und Kollegen aus Albanien sehr herzlich in der Tagungsstätte Trier. Die Deutsche Richterakademie freue sich mit den Kolleginnen und Kollegen aus Albanien über die Aus- und Fortbildung der Juristinnen und Juristen in Deutschland zu diskutieren und gemeinsam über Möglichkeiten zur Optimierung der Fortbildung zu beraten.
                

Nach einer ausführlichen Führung durch die Räumlichkeiten der Tagungsstätte versammelten sich die Mitglieder der Delegation im Konferenzraum der Tagungsstätte. Zunächst stellte Akademiedirektor Dr. Tratz die richterliche und die staatsanwaltschaftliche Fortbildung in der Bundesrepublik Deutschland vor. So erläuterte Dr. Tratz die Konstruktion und die Finanzierung der Deutschen Richterakademie als Bund-Länder-Einrichtung. Die Themen eines Fortbildungsjahrs würden in einer Programmkonferenz gemeinsam beraten und beschlossen. Hierbei würden auch die Wünsche der rund 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der jährlich rund 150 Fortbildungsveranstaltungen berücksichtigt, die im Rahmen einer Evaluation jeder Tagung abgefragt würden. Aufgrund der hohen Auslastung der Deutschen Richterakademie mit deutlich über 90 % glaube man, den zutreffenden Fortbildungsbedarf der Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte ermittelt zu haben, so Direktor Dr. Tratz.

Besonders interessiert zeigten sich die Gäste aus der Albanien an den verhaltensorientierten Tagungen der Deutschen Richterakademie, der konkreten Auswahl der Referentinnen und Referenten sowie der Zusammenstellung des Jahresprogramms. Auch über die Vor- und Nachteile von E-learning wurde intensiv diskutiert.

Abgerundet wurde der Delegationsbesuch mit einem gemeinsamen Mittagessen im Speisesaal der Deutschen Richterakademie. Die Gäste aus Albanien zeigten sich hierbei von der Leistung des Küchenteams der Deutschen Richterakademie sehr angetan.


Delegation der Electoral Judicial School of Mexiko zu Gast in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie

Die Organisation der Deutschen Richterakademie und die Ermittlung des Fortbildungsbedarfs in der Bundesrepublik Deutschland standen im Mittelpunkt des Arbeitsbesuchs einer Delegation der Electoral Judicial School of Mexiko in der Tagungsstätte Wustrau der Deutschen Richterakademie.

Die Delegation unter Führung des Direktors der Judicial School Dr. Carlos Soriano Cienfuegos wurde am 04.12.2018 sehr herzlich durch den Direktor der Deutschen Richterakademie Dr. Stefan Tratz im Zieten-Schloss zu Wustrau willkommen geheißen. Nach den Worten von Akademiedirektor Dr. Tratz habe die Deutsche Richterakademie ein großes Interesse, mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern über die Aus- und Fortbildung der Juristinnen und Juristen zu diskutieren und gegenseitig Ideen sowie Erfahrungen auszutauschen.

Nach einer ausführlichen Führung durch die Räumlichkeiten der Tagungsstätte  versammelten sich die 6 Mitglieder der Delegation, darunter auch Head of the research unit Dr. Leopoldo Gama und Mr. Justice Felipe de la Mata Pizana, im Pavillon des Schlossgebäudes zu einer Arbeitssitzung. Zunächst stellte Akademiedirektor Dr. Tratz die Organisation der richterlichen und staatsanwaltschaftlichen Fortbildung in Deutschland vor. So erläuterte Dr. Tratz die Konstruktion und die Finanzierung der Deutschen Richterakademie als Bund-Länder-Einrichtung. Die Themen eines Fortbildungsjahrs würden in mehreren Programmkonferenzen gemeinsam beraten und beschlossen. Hierbei würden vor allem die Anregungen der rund 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der jährlich ca. 150 Fortbildungsveranstaltungen berücksichtigt, die im Rahmen einer umfassenden Evaluation jeder einzelnen Tagung abgefragt würden. Jeder Tagungsgast erhalte zu Beginn einer Fortbildungsveranstaltung einen Fragebogen, der gegen Ende der Tagung anonym zurückgegen würde. In diesem Fragebogen sollten die Referentinnen und Referenten des besuchten Seminars sowie die Tagungsbedingungen bewertet werden. Außerdem würden die Anregungen und Wünsche der Praxis nach neuen Themen und Formaten für Fortbildungsveranstaltungen abgefragt. Aufgrund der hohen Auslastung der Deutschen Richterakademie mit deutlich über 90 % sei man davon überzeugt, die richtigen Schwerpunkte zu setzen, so Direktor Dr. Tratz. Besonders interessiert zeigten sich die Gäste aus Mexico an den verhaltensorientierten und interaktiven Seminaren, der konkreten Auswahl der Referentinnen und Referenten sowie der Themenauswahl für die Fortbildungsveranstaltungen.

Abgerundet wurde der Delegationsbesuch mit einem gemeinsamen Abendessen im festlich geschmückten Pavillon der Deutschen Richterakademie.

Deutsche Richterakademie - Tagungsstätte Trier: trier(at)deutsche-richterakademie.de - Tagungsstätte Wustrau: wustrau(at)deutsche-richterakademie.de