Deutsche Richterakademie Aktuell


Herbst in WustrauFünf Zeitfenster in den Monaten März, Mai, September 2020 - vier in Trier, eins in Wustrau - haben wir unter dem Motto "Deutsche Richterakademie Aktuell" für besonders dringenden Fortbildungsbedarf freigehalten. Während das Jahresprogramm im Übrigen im Juni des Vorjahres auf der zweiten Programmkonferenz beschlossen wird, werden die Themen der insgesamt 5 Tagungen "Deutsche Richterakademie Aktuell" aus Gründen der Aktualität erst mit einem zeitlichen Vorlauf von jeweils etwa einem halben Jahr beschlossen und danach gesondert ausgeschrieben.




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2020 

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-Tagungen im März in Trier-

Tagung 10a 23.03. - 26.03.2020
Veranstalter: Baden-Württemberg
Forensische Befragung von Kindern – Möglichkeiten und Grenzen der Videovernehmung

Die Tagung wendet sich an Strafrichterinnen und -richter sowie an Staatsanwältinnen und -anwälte. Die Tagung soll die Befragung von Kindern im Strafverfahren interdisziplinär beleuchten.
In dem ersten Tagungsabschnitt werden die psychologischen Grundlagen für die forensische Befragung von Kindern thematisiert. Neben Fragen der Entwicklungspsychologie wird auf die kindgerechte Befragungstechnik eingegangen.
Der zweite Tagungsabschnitt wird die Videovernehmung im Strafprozess zum Gegenstand haben und auf die rechtlichen Grundlagen sowie die praktische Umsetzung im Ermittlungsverfahren und der Hauptverhandlung eingehen. Daneben werden Aspekte des Opferschutzes beleuchtet.
Die Vernehmung kindlicher Opferzeugen hat regelmäßig Fälle des Kindesmissbrauchs zum Gegenstand. Es soll daher in einem dritten Tagungsabschnitt auf die in diesem Zusammenhang häufig auftretenden rechtsmedizinischen Fragestellungen eingegangen werden. Daneben soll das Childhood-Haus in Heidelberg vorgestellt werden.

Tagung 10b 23.03. - 26.03.2020
Veranstalter: Mecklenburg-Vorpommern
Aktuelle Entwicklung des Rechtsschutzes im Umwelt- und Planungsrecht

Die Tagung wendet sich Richterinnen und Richter der Verwaltungsgerichtsbarkeit.
Der Rechtsschutz im Umwelt- und Planungsrecht ist in einem durch das Europa- und internationale Recht bedingten ständigen Wandel. Der Gesetzgeber ist auf Grund von Vorgaben des europäischen Gesetzgebers und der Rechtsprechung des EuGH immer wieder gehalten, die rechtlichen Grundlagen, namentlich das Umweltrechtsbehelfsgesetz, aber auch das Baugesetzbuch und die Planungsgesetze zu novellieren. Zugleich muss die Rechtsprechung der geänderten Rechtslage in vielfältiger Hinsicht Rechnung tragen. Die Tagung soll einen Überblick verschaffen und den gegenwärtigen Stand des Rechtsschutzes sowohl der Verbände auch einzelner Kläger klären.
Insbesondere sollen folgende Themen behandelt werden:

  • Entwicklung des UmwRG und rechtspolitische Aussichten
  • Aktuelle Rechtsprechung des BVerwG
  • Europarechtliche Vorgaben
  • Nachholung von Verfahrensschritten, namentlich Umweltprüfungen im Prozess
  • Klagen auf Reduzierung von Lärm und Luftverschmutzungen
  • Aktuelle umweltrechtliche Fragen in der Bauleitplanung
  • Präklusion im Umweltverfahren und –prozess
  • Prüfungsdichte der Verwaltungsgerichte
  • Begründetheit von Umweltklagen

-Tagung im Mai in Wustrau-

Tagung 17c 17.05. - 20.05.2020
Veranstalter: Bayern
Auslieferungsrecht - Systematik und aktuelle Entwicklungen

Die Tagung richtet sich sowohl an Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, die demnächst mit Auslieferungsfragen befasst sein werden oder seit kurzem im Auslieferungsrecht tätig sind, als auch an bereits länger in diesem Bereich Tätige (insbesondere in den Auslieferungssenaten der Oberlandesgerichte und den für Auslieferungssachen zuständigen Referaten der Generalstaatsanwaltschaften).
Die Tagung soll die Systematik des Auslieferungs- und Überstellungsverfahrens näher beleuchten und einzelne Probleme und aktuelle Entwicklungen vertiefen. Beispielsweise sollen behandelt werden:

  • Aktuelle Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Europäischen Haftbefehl
  • Auslieferung an Staaten außerhalb der Europäischen Union
  • Haftbedingungen und diesbezügliche höchstgerichtliche Anforderungen
  • Vorlage in IRG-Sachen an den EuGH.

-Tagungen im September in Trier-

Tagung 26a 14.09. - 17.09.2020
Veranstalter: Berlin
Recht rund um das Sozialrecht

Die Tagung wendet sich nicht nur an Richterinnen und Richter der Sozialgerichtsbarkeit, sondern an all jene, die in ihrer täglichen Arbeit zumindest mit Teilbereichen des Sozialrechts in Berührung kommen.
Die Tagung soll sich dem Sozialrecht nicht in seiner Kernmaterie nähern, sondern stattdessen dessen umliegende Rechtsgebiete näher beleuchten. Diese reichen von der Ermittlungsarbeit beim Kampf gegen Schwarzarbeit über ausländerrechtliche Fragestellungen bis hin zum Thema Sozialleistungsbetrug. Auch soll es etwa um die steuerliche Berücksichtigung von Sozialleistungen, die Beendigung von Arbeitsverhältnissen sowie Fragen der Verbraucherinsolvenz im Sozialleistungsbezug gehen. Bei all diesen Themen soll auch auf etwaige aktuelle Entwicklungen eingegangen werden.
Interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern soll auf diese Weise ein möglichst umfassender Überblick über die das Sozialrecht flankierenden Rechtsgebiete ermöglicht werden.

Tagung 26b 14.09. - 17.09.2020
Veranstalter: Nordrhein-Westfalen
WEG-Reform 2020: Einführung

Die Tagung wendet sich vorrangig an Richterinnen und Richter der Zivilgerichtsbarkeit, die in der Bearbeitung von WEG-Sachen bereits erfahren sind.
Die Tagung soll sich – dies jeweils unter Einbeziehung aktueller Entwicklungen – mit der für 2020 geplanten großen WEG-Reform auseinandersetzen und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen vertieften Einblick in die zahlreichen Änderungen durch die Reformarbeiten geben. Dabei wird ein Schwerpunkt auf den Änderungen im Prozessrecht liegen, insbesondere bei der Beschlussmängelklage. Aber auch wichtige Neuerungen im materiellen WEG-Recht werden behandelt, insbesondere bei den baulichen Veränderungen u.a. mit Blick auf die Elektromobilität.
Wenn der zeitliche Rahmen dies zulässt, werden auch aktuelle WEG-Fragen z.B. aus dem Bereich der Gebrauchsregelungen, der baulichen Veränderungen und der Jahresabrechnung jeweils mit speziellem Blick auch auf das Prozessrecht angesprochen werden.








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