Jahresbericht 2010
Vorwort
Die an der Deutschen Richterakademie angebotenen Tagungen zur überregionalen Fortbildung der Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte in Deutschland haben sich auch 2010 einer sehr großen Nachfrage und eines sehr großen Interesses erfreut.
Ausgehend von den in der Tagungsevaluation ermittelten Ergebnissen, entspricht das Tagungsangebot in einem sehr hohen Maß dem Fortbildungsbedarf der Praxis. Sowohl bei der Auslastung der Teilnehmerkapazitäten als auch bei der fachlichen Bewertung durch die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer konnten im vergangenen Jahr Spitzenwerte erzielt werden. Die Tagungsdurchführung bestätigt somit die von der Programmkonferenz beabsichtigte inhaltliche und konzeptionelle Weiterentwicklung des hohen Standards des Fortbildungsangebots. Das Interesse an den Veranstaltungen der Deutschen Richterakademie ist ungebrochen groß. Das Fortbildungsangebot wird als ein unverzichtbarer Baustein zur Weiterentwicklung der Berufskompetenz der Richterinnen und Richter und Staatsanwältinnen und Staatsanwälte in einer modernen, den Bürgern zugewandten Justiz wahrgenommen.
In den beiden Tagungsstätten in Trier und Wustrau wurden im Berichtszeitraum 141 Tagungen veranstaltet, die von 4.663 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht wurden. Die absolute Zahl der Tagungsgäste konnte im Vergleich zu dem bereits hohen Niveau des Vorjahres mit dem nunmehr erzielten Wert noch einmal gesteigert werden. Auch die relative, an der Ausschöpfung des tagungsabhängig angebotenen Platzkontingents orientierte Auslastung war bemerkenswert hoch: Mit 95,5 % konnte der drittbeste Wert seit dem Bestehen beider Tagungsstätten erreicht werden. Die hohe Auslastung korrespondiert mit einer in der Evaluation anhand der Teilnehmerbefragungen ermittelten hohen Bewertung der Tagungen. Im Durchschnitt lag die Gesamtbewertung, mit der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Tagungen beurteilt haben, bei 7,9 von 9 erreichbaren Punkten. Damit konnte der im Vorjahr erzielte Spitzenwert noch einmal gesteigert und das bisher beste Ergebnis erreicht werden.
Insgesamt bestätigt das Jahresergebnis 2010 den praxisorientierten Ansatz des Tagungsprogramms, das die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem hohen Anspruch an die Lehrinhalte auch zu einem strukturierten Erfahrungsaustausch nutzen. Dieser konzeptionelle Ansatz hat die Deutsche Richterakademie auch 2010 wieder international zu einem Vorbild für Programme zur justiziellen Fortbildung werden lassen.
Der vorliegende Bericht stellt das im Jahr 2010 erzielte Gesamtergebnis in den Vordergrund und beleuchtet neben Auslastungs- und Qualitätsentwicklungen insbesondere auch den im Haushaltsvollzug erreichten Finanzverbrauch, der als Beleg für die hohe Effizienz des von den Justizverwaltungen erarbeiteten Fortbildungsprogramms der Deutschen Richterakademie und die Qualität der in beiden Tagungsstätten geleisteten Verwaltungstätigkeit gewertet werden kann.
Meine Amtszeit als Direktor der Deutschen Richterakademie endet turnusgemäß am 31. Mai 2011. Dankbar blicke ich zurück auf viele interessante und spannende Begegnungen und gute Gespräche mit vielen Kolleginnen und Kollegen, die ich in Trier und Wustrau und überall da, wo an der Entwicklung moderner Konzepte zur Justizfortbildung gearbeitet wird, kennen lernen durfte. Für das Engagement bei Konzeption, Planung und Durchführung der Tagungen danke ich den beteiligten Justizverwaltungen, den Mitgliedern der Programmkonferenz, den Fortbildungsreferentinnen und Fortbildungsreferenten, den Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern, den Tagungsleiterinnen und Tagungsleitern, den Referentinnen und Referenten und meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Trier und Wustrau. Ich danke Ihnen sehr für Ihr Interesse, Ihre Unterstützung und intensive persönliche Gespräche, an die ich mich gerne erinnern werde.
Trier, im Januar 2011
Frank Jüttner
Direktor der Deutschen Richterakademie
Gesamtergebnis 2010
Der Jahresbericht 2010 dokumentiert erneut eine ausgesprochen positive Bilanz in der überregionalen Fortbildung der Richterinnen und Richter aller Gerichtszweige sowie der Staatsanwältinnen und Staatsanwälte. Bezogen auf die Auslastung der angebotenen Teilnehmerkapazitäten und die bewertende Einschätzung durch die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer zu Inhalt und Methodik der durchgeführten Tagungen konnten sehr gute Ergebnisse erzielt werden.
Bei einer - im Vergleich zu dem bereits sehr guten Ergebnis des Vorjahres erreichten - Steigerung der absoluten Zahl der Tagungsgäste wurde bei der relativen, an der Ausschöpfung des tagungsabhängig angebotenen Platzkontingents orientierten Auslastung der drittbeste Wert seit dem Bestehen beider Tagungsstätten ermittelt.
Das Programm der Deutschen Richterakademie für das Jahr 2010 hat dem Fortbildungsbedarf erneut in einem sehr großen Maß entsprochen. Die Qualität der Tagungen war bei Zugrundelegung der Bewertung durch die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer sehr hoch. Der in den Jahren 2008 und 2009 erzielte Spitzenwert konnte noch einmal gesteigert werden. Die Gesamtbewertung liegt mit 7,9 von 9 möglichen Punkten auf dem bisher höchsten Niveau.
Bei der Auslastung der beiden Tagungsstätten wurde das tagungsabhängige Platzkontingent zu 95,5 % ausgeschöpft. Dieser Wert stellt das beste Ergebnis nach den für die Jahre 2007 und 2009 ermittelten Auslastungsquoten dar. Bei den absoluten Teilnehmerzahlen konnte im Vergleich zum Vorjahr durch eine Erhöhung der Gesamtzahl der Tagungen sogar eine Steigerung um 176 Tagungsgäste erreicht werden. Das Interesse an den Veranstaltungen der Deutschen Richterakademie war 2010 ungebrochen groß.
Der Geschäftsbetrieb verlief - trotz der, insbesondere in Trier, umfangreichen Baumaßnahmen - reibungslos. In beiden Tagungsstätten wurden der Service und die sich an den Anforderungen eines modernen Tagungsbetriebes orientierende Ausstattung von den Gästen hoch gelobt. Die Erweiterung der Serviceangebote und die Aktualisierung der Ausstattungen sind von den Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmern sehr gut angenommen worden.
Tagungs- und Teilnehmerzahlen / Auslastung
Im letzten Jahr wurden an der Deutschen Richterakademie von 142 geplanten Fortbildungsveranstaltungen 141 Tagungen mit 4.663 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (inklusive Tagungsleiter) durchgeführt. Die Auslastung der Kapazität von 4.885 Plätzen erreichte 95,5 %.
Auslastungsvergleich
Inhaltliche Aufteilung
Die Tagungen waren 2010 inhaltlich auf die drei Hauptgruppen wie folgt verteilt:
Innerhalb der juristischen Fachtagungen waren zivilrechtliche Themen mit einem Anteil von 42 % (absolut 22 %), Strafrechtsthemen mit 42 % (absolut 22 %) und Themen der Fachgerichtsbarkeiten mit 16 % (absolut 10 %) vertreten.
Zu den fachübergreifenden Tagungen wurden neben den interdisziplinären auch die internationalen und europarechtlichen Themen gezählt, soweit sie nicht einem juristischen Fachgebiet zugeordnet werden konnten.
Tagungsstruktur
Die nach der Anzahl der Tagungsabschnitte bestimmte Tagungsstruktur gestaltete sich 2010 im Vergleich zu den Vorjahren wie folgt:
Innerhalb dieser Tagungsstruktur waren im Jahr 2010 31 Tagungen teilnehmerreduziert ausgeschrieben.
Es gab insgesamt 10 Einführungstagungen, 3 fremdsprachliche Tagungen und 7 Tagungen im Rahmen der Herbstakademie mit aktuellen Themen.
Die durchschnittliche Auslastung nach Tagungstypen stellt sich wie folgt dar:
|
-W13-Tagungen |
100,0% |
| -W11-Tagungen | 96,4% |
| -W9-Tagungen | 94,4% |
| -W8-Tagungen | 96,5% |
| -W6-Tagungen | 92,5% |
| -W4-Tagungen | 103,3% |
| Die teilnehmerreduzierten Tagungen waren mit | 102,1% |
| die Einführungskurse mit | 94,2% |
| die Herbstakademie mit | 93,6% |
| und die fremdsprachlichen Tagungen mit | 104,0% |
| ausgelastet. |
Das Interesse an den verhaltensorientierten Tagungen, die überwiegend teilnehmerreduziert ausgeschrieben wurden, ist ungebrochen hoch. Im Hinblick auf die inhaltlich-fachlichen Gründe, die Anlass für die Teilnehmerbeschränkungen sind, war es allerdings geboten, von der Möglichkeit einer Überbuchung der Platzkontingente zurückhaltender Gebrauch zu machen, so dass die Auslastung dieses Tagungstyps von 108,0 % im Jahr 2009 auf 102,1 % zurückgeführt wurde. Die Auslastung bei den Einführungskursen und den aktuellen Themen gewidmeten Tagungen der Herbstakademie konnte im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich gesteigert werden. Die bereits in den Vorjahren hohe Nachfrage bei den - ausschließlich teilnehmerreduziert angebotenen - fremdsprachlichen Tagungen („English Law“, „Droit Français“) konnte im Vergleich zum Jahr 2009 sogar um 12,7 % gesteigert werden. Diese Entwicklung bestätigt die Entscheidung der Programmkonferenz, das Angebot insoweit um weitere Module und eine dritte Fremdsprache - „Derecho Español“ ab 2011 - zu erweitern.
Am besten ausgelastet waren die W13- und W11-Tagungen, dicht gefolgt von den W8- und W9-Tagungen. W4-Tagungen, die nach dem Beschluss der Programmkonferenz nur in geeigneten Ausnahmefällen angeboten werden sollen, sind 2010 zweimal mit sehr hoher Auslastung durchgeführt worden und werden in der Statistik aus Gründen der Vollständigkeit berücksichtigt. In den W6-Tagungen wurde das Auslastungsniveau gehalten, bei allen anderen Tagungstypen konnte die Auslastung im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden.
Teilnehmerzahlen nach Berufsgruppen/Frauenanteil
| Richterinnen und Richter der ordentlichen Gerichtsbarkeit: | 2.409 | |||
| Richterinnen und Richter der Fachgerichtsbarkeiten: | 960 | |||
| davon der | Verwaltungsgerichtsbarkeit: | 408 | ||
| Arbeitsgerichtsbarkeit: | 165 | |||
| Finanzgerichtsbarkeit: | 70 | |||
| Sozialgerichtsbarkeit: | 303 | |||
| Verfassungsgerichtsbarkeit: | 1 | |||
| Patentgerichte: | 13 | |||
| Staatsanwältinnen und Staatsanwälte: | 898 | |||
| Sonstige | 244 | |||
| Tagungsleiterinnen und Tagungsleiter: | 152 | |||
| Gesamt | 4.663 | |||
Der Anteil der Frauen unter den Tagungsteilnehmern hat sich prozentual wie folgt entwickelt:
Der Frauenanteil lag bei den Gerichten am 30.06.2009 bei 39,6 % bei den Staatsanwaltschaften bei 40 %.
Gesamtzahl der Tagungen / Gesamtauslastung seit 1973
Seit Bestehen der Deutschen Richterakademie fanden bisher insgesamt 3.377 Tagungen statt. Es standen 125.635 Teilnehmerplätze zur Verfügung, die von 115.295 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Anspruch genommen wurden. Dies entspricht einer Gesamtauslastungsquote von 91,8 %.
Auslastung nach Tagungsstätten
Im Jahr 2010 fanden in der Tagungsstätte Trier 72 und in der Tagungsstätte Wustrau 69 Tagungen statt. Demnach - und unter Berücksichtigung der teilnehmerreduzierten Tagungen - standen in Trier insgesamt 2.590 und in Wustrau 2.295 Teilnehmerplätze zur Verfügung.
Auslastung Trier
Auslastung Wustrau
Bewertungsanalyse
Vorjahresvergleich
Bei der Gesamtbewertung aller Tagungen durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte das in den Jahren 2008 und 2009 erzielte Spitzenergebnis im Jahr 2010 noch einmal auf nunmehr 7,9 - bei 9 erreichbaren - Punkten gesteigert werden.
Die Bewertungen der Tagungen verteilen sich wie folgt:
Die Anzahl der Tagungen, die im Durchschnitt mit 8 Punkten und mehr beurteilt wurden, ist im Vergleich zum Vorjahr (57), auf 63 gestiegen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren 2010 mithin der Ansicht, dass 45 % aller durchgeführten Tagungen eine Bewertung im Spitzenbereich verdient haben. Lediglich 2 der insgesamt 141 Tagungen haben in der Gesamtbewertung weniger als 7 Punkte erhalten, wobei in keinem Fall 6,5 Punkte unterschritten wurden.
Tagungsinhalte und -struktur
Die Veranstaltung „Der MENSCH in der Robe - Aufbautagung“ (NRW) hat bei der Bewertung durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im vergangenen Jahr mit 9,0 Punkten die Spitzenbewertung erhalten. Jeweils 8,8 Punkte erhielten die erstmals durchgeführte Tagungen „Droit Français III - Fortgeschrittenentagung“ (DRA) und die Tagung „Der MENSCH in der Robe - Grundtagung“ (NRW), gefolgt von den jeweils mit 8,6 Punkten bewerteten Tagungen „Kontakt mit den Medien - Presseseminar“ (BY), „Die nationalsozialistische Justiz und ihre Aufarbeitung“ (NDS), „Menschen vor Gericht - Kommunikationskompetenzen als richterliches Qualitätsmerkmal (Aufbautagung)“ (NRW) und „Mediation für Richtermediatorinnen und Richtermediatoren - Mediation III“ (TH). Die Tagungen „Droit Français II - Aufbautagung“ (DRA), „Die Deutsch-Deutsche Einigung und ihre Folgen“ (SAN) und „Ausdruck und Überzeugungskraft durch den richtigen Einsatz der Stimme im Gerichtssaal“ (TH) erhielten eine durchschnittliche Bewertung von 8,5 Punkten.
Die Bewertung der juristischen Fachtagungen konnte im Strafrecht und im Bereicht der Fachgerichtsbarkeiten nochmals gesteigert werden und ist im Zivilrecht auf hohem Niveau stabil geblieben:
| -Zivilrecht | 7,8 Punkte (2008=7,8) |
| -Strafrecht | 7,7 Punkte (2008=7,9) |
| -Fachgerichtsbarkeiten | 7,8 Punkte (2008=7,9) |
Die übrigen Tagungsgruppen erhielten folgende Bewertungen:
| interdisziplinäre Tagungen: | 7,6 Punkte (2008=7,9) |
| verhaltensorientierte Tagungen: | 8,1 Punkte (2008=8,1) |
| int./europarechtliche Tagungen: | 7,9 Punkte (2008=8,0) |
Die Einführungskurse lagen 2010 mit durchschnittlich 7,9 Punkten ebenfalls über dem Vorjahresergebnis (2009 = 7,7 Punkte). Auch die Tagungen der Herbstakademie sind mit 7,9 Punkten über dem im Vorjahr erzielten Wert (2009 = 7,5 Punkte) bewertet worden. Die - von der Deutschen Richterakademie in Zusammenarbeit mit der Universität Trier und der University of East Anglia (Norwich Law School) selbst konzipierten - fremdsprachlichen Tagungen lagen in der durchschnittlichen Gesamtbewertung bei 8,2 Punkten (2009 = 8,2 Punkte
Die zivilrechtlichen Tagungen wurden inhaltlich mit 7,5 und methodisch mit 7,3 Punkten bewertet. In diesen Bereichen konnte die gute Vorjahresbewertung wiederholt werden. 14 Tagungen erhielten 8 und mehr Punkte. Nur eine Tagung erhielt weniger als 7 Punkte. Der kontinuierlich hohe Standard der zivilrechtlichen Tagungen konnte im Jahr 2010 weiter entwickelt werden.
Die Strafrechtstagungen wurden inhaltlich mit 7,6 Punkten und methodisch mit durchschnittlich 7,4 Punkten bewertet. In diesen Bereichen konnten die guten Ergebnisse des Vorjahres nochmals gesteigert werden. Mit 12 Tagungen, die in der Gesamtbewertung 8 und mehr Punkte erhielten, konnte das gute Vorjahresergebnis sogar noch verbessert werden. Keine Tagung wurde mit weniger als 7 Punkten bewertet.
Von den Tagungen der Fachgerichtsbarkeiten erzielten 8 Veranstaltungen 8 und mehr Punkte. Nur zwei Tagungen wurden mit weniger als 7,5 Punkten bewertet. Die niedrigste Bewertung in diesem Bereich lag bei 7,4 Punkten. Inhaltlich wurden die Veranstaltungen durchschnittlich mit 7,4 Punkten und methodisch mit 7,6 Punkten bewertet, so dass der hohe Stand des Vorjahres erneut gesteigert werden konnte. Die Gesamtbewertung von 8,0 Punkten liegt über dem Durchschnittswert sämtlicher Tagungen 2010.
Die interdisziplinären Tagungen kamen inhaltlich auf 7,4 und methodisch auf 7,3 Punkte. Hier erhielten 9 Tagungen 8 und mehr Punkte. Keine Tagung erhielt weniger als 7 Punkte.
Die verhaltensorientierten Tagungen wurden inhaltlich mit 7,7 und methodisch mit 8,0 Punkten bewertet. 13 Tagungen erhielten 8 und mehr Punkte. Die durchschnittliche Gesamtbewertung in diesem Bereich liegt mit 8,1 Punkten sogar noch über dem Durchschnitt aller 2010 durchgeführten Tagungen.
Die thematisch international bzw. europarechtlich ausgerichteten Tagungen lagen in der Gesamtbewertung leicht unter dem Durchschnitt aller Tagungen. Inhaltlich wurden sie mit 7,6 Punkten und methodisch mit 7,2 Punkten bewertet.
In der Bewertung haben alle Tagungen der Herbstakademie gute Ergebnisse erzielt, so dass zu prüfen sein wird ob sie weiterentwickelt und in das reguläre Jahresprogramm überführt werden sollen. Von acht geplanten Tagungen konnte eine Veranstaltung, „Deutsch-Vietnamesisches Richterseminar“ (BER/BU), nicht durchgeführt werden, da die vietnamesischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer unerwartet nicht anreisen konnten.
Von den 13 neu in das Programm 2010 aufgenommenen Tagungen sind 8 bereits bei ihrer ersten Veranstaltung überdurchschnittlich bewertet worden, wobei die von der Deutschen Richterakademie als veranstaltende Justizverwaltung selbst durchgeführte Tagung „Droit Français III – Fortgeschrittenentagung“ mit 8,8 Punkten und die von Nordrhein-Westfalen durchgeführte Tagung „Kopftechniken im Justizalltag - schneller Lesen - effektiver arbeiten - mehr behalten“ mit 8,3 Punkten auch im Vergleich aller Tagungen eine Spitzenbewertung erzielen konnten.
Mit 9 % bewegt sich der Anteil der neu ins Jahresprogramm aufgenommenen Tagungen zahlenmäßig auf dem Niveau der Vorjahre. Die bereits bei der Durchführung des Jahresprogramms 2009 festgestellte große Akzeptanz der neu eingeführten Tagungen hat der Programmkonferenz schon für das Jahresprogramm 2011 Anlass gegeben, den Anteil neuer Tagungen zu erhöhen, um die Attraktivität des Programms der Deutschen Richterakademie weiter zu steigern und die praxisorientierte Ausrichtung des Fortbildungsangebots noch mehr zu betonen. Diese Entscheidung wird durch die positive Bewertung der im Jahr 2010 erstmals durchgeführten Tagungen bestätigt. An der Erhöhung des Anteils neuer Tagungen sollte auch in den folgenden Jahren festgehalten werden.
Tagungsdauer
Die Dauer aller 2010 durchgeführten Tagungen wurde
- von 82,5 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer als angemessen
(2009 = 81,8 %), - von 14,3 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer als zu kurz (2009 = 13,9 %),
- von 2,1 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer als zu lang (2009 = 1,9 %)
bewertet.
Die Rücklaufquote der Fragebogen betrug 76,3 % (2009 = 76,0 %).
W 13-Tagungen
Dieser Tagungstyp erreichte mit 8,3 Punkten in der Gesamtbewertung einen überdurchschnittlichen Wert (2009: 8,1 Punkte). Die inhaltliche Bewertung lag bei 7,9 Punkten und die me¬thodische bei 7,8 Punkten. Die Tagungsdauer hielten 81,8 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für angemessen (2009 = 80,7 %), 11,5 % für zu kurz und 4,8 % für zu lang.
W 11-Tagungen
W11-Tagungen sind im Jahr 2010 zum vierten Mal durchgeführt worden und erreichten durchschnittlich 8,0 Punkte in der Gesamtbewertung (2009 = 7,7 Punkten). Die inhaltliche Bewertung liegt bei 7,7 Punkten, die methodische bei 7,6 Punkten. Die Tagungsdauer hielten 79,0 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für angemessen (2009 = 82,2 %), 13,4 % fanden die Tagungen zu kurz und 6,7 % zu lang. Nachdem 2007 und 2008 allgemein Kritik daran geübt worden war, dass der Samstag als Tagungstag genutzt wurde, und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die die Tagungen noch als W13-Tagungen kannten, die vorgenommene Kürzung grundsätzlich gerügt hatten, ist dieser Tagungstyp - wie im Vorjahr - besser angenommen worden und scheint nunmehr akzeptiert.
W 9-Tagungen
Dieser Tagungstyp erreichte mit 8,0 Punkten in der Gesamtbewertung eine ebenfalls überdurchschnittliche Bewertung. In der inhaltlichen Bewertung wurden 7,7 und in der Bewertung zur Methodik 7,5 Punkte erzielt. 87,7 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hielten die Tagungsdauer für angemessen (2009 = 88,5 %), 8,7 % für zu kurz und 1,6 % für zu lang.
W 8-Tagungen
Die W 8-Tagungen als zahlenmäßig stärkste Gruppe erreichten eine Gesamtbewertung von durchschnittlich 7,8 Punkten. Inhalt und methodisch wurde ein Wert von jeweils 7,5 Punkten erzielt. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern hielten 82,0 % die Tagungsdauer für angemessen (2009 = 80,8 %), 16,0 % für zu kurz und 1,1 % für zu lang.
W 6-Tagungen
Mit 7,7 Punkten haben die Kurztagungen in der Gesamtbewertung in etwa den Vorjahreswert (7,6 Punkte) erreicht. Die Bewertung zu Inhalt und Methode liegt bei 7,4 und 7,2 Punkten. 75,6 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hielten die Tagungsdauer für angemessen (2009 = 66,4 %), 21,6 % für zu kurz, 1,2 % für zu lang.
W 4-Tagungen
Tagungen mit nur 4 Tagungsabschnitten sollen im Hinblick auf den Aufwand bei Vorbereitung und Durchführung nur in geeigneten Ausnahmefällen angeboten werden. Im Jahr 2010 sind zwei W 4-Tagung durchgeführt worden, die in der Gesamtbewertung durchschnittlich 7,3 Punkte erhielten. Die inhaltliche Bewertung lag bei 7,4 Punkten, die Bewertung zur Methodik ergab einen Wert von 7,7 Punkten. Die Tagungsdauer wurde von 60 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer als zu kurz und von 40 % als angemessen eingeschätzt.

