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Aktuelles

 
 

Informationen über das aktuelle Tagungsprogramm erhalten Sie, indem Sie auf den Navigationspunkt Jahresprogramm 2010 klicken. Sie können das Programm als Tabelle mit verschiedenen Filterfunktionen aufrufen. Zum Download halten wir auch eine PDF-Datei für Sie vor. Zwei Wochen vor Tagungsbeginn können Sie unter der Rubrik Tagungsprogramme das ausführliche Programm der in den Tagungsstätten in Trier und Wustrau stattfindenden Tagungen aufrufen.

Herbstakademie 2010

Die Programmkonferenz der Deutschen Richterakademie hat sich auf ihrer Sitzung am 31. Mai 2011 in Hamburg zu den in diesem Jahr stattfindenden Veranstaltungen der Herbstakademie verständigt, in vom 4. bis zum 8. Oktober 2010 und vom 11. bis zum 15. Oktober 2010 in den beiden Tagungsstätten in Trier und Wustrau besonders aktuelle Themen behandelt werden sollen.  Eine Übersicht zu den Themen der Herbstakademie 2010 finden Sie unter dem Navigationspunkt Jahresprogramm/Herbstakademie.


Jahresprogramm 2011

Das Jahresprogramm 2011 liegt vor!
Zum Download nutzen Sie bitte die PDF-Datei. In Kürze finden Sie das Jahresprogramm 2011 auch  wieder in einer nutzerfreundlichen Tabelle mit verschiedenen Filterfunktionen auf unserer Homepage.

 

Über die Autonomie der Kunst - „Fotografie 70/10“
Ausstellung mit Werken von Daniel Schieben in der Tagungsstätte Trier eröffnet

Rund 120 kunstinteressierte Gäste konnte Akademiedirektor Frank Jüttner zur Eröffnung der Ausstellung „Fotografie 70/10“ mit Arbeiten des Trierer Künstlers Daniel Schieben in der Tagungsstätte Trier der Deutschen Richterakademie begrüßen.
Zu sehen sind u.a. sechs Arrangements, zu denen sich der Fotograf von der eindrucksvollen Architektur der 1973 eröffneten Tagungsstätte inspirieren lassen hat. In einer zweistufigen Herangehensweise portraitierte Schieben zuerst Personen, die in der Zeit der Erbauung der Tagungsstätte geboren wurden. Anschließend wurden Kinderfotos der Portraitierten gesichtet und mit den aktuellen Aufnahmen durch Mehrfachbelichtungen zu einer Komposition zusammengefügt. Durch das vertikale Ineinanderfügen der Köpfe wird eine dynamische Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart erreicht. Ergebnis ist eine Wahrnehmungsirritation, die im Kontrast zur klaren Architektur des Gebäudes steht. Die Einfassung mit einem halbtransparenten Seidenpapier, wie man es aus Fotoalben kennt, lässt die Wirkung eines Schleiers entstehen, so dass die Grenze der Jahrzehnte verblasst und sogar zu verschwinden scheint.

Karl Ducoffre betonte in seiner Einleitung die eigene künstlerische Herangehensweise Daniel Schiebens, die den Prinzipien der klassischen Fotografie absichtsvoll widerspreche. So nutze Schieben z.B. eine bewusst lange Belichtungszeit, um den gestalterischen Prinzipien unabhängig vom Motiv eine größere Selbständigkeit zu verleihen, und leiste so auch als Fotograf einen Beitrag zur Autonomie der Kunst.

Musikalisch eingerahmt wurde die Ausstellungseröffnung vom expressiven Spiel der Flötistin Irmgard Brixius aus Schweich.
 


 

Gäste aus dem vietnamesischen Justizministerium besuchen die Tagungsstätte Wustrau

Im Jahr 2010 wird in Vietnam und Deutschland der Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor 30 Jahren gedacht. Das Jubiläum wird auch in der Deutschen Richterakademie begangen. Bevor im Rahmen der Herbstakademie in der Tagungsstätte Wustrau ein erstes Deutsch-vietnamesisches Richterseminar stattfinden wird, das von der Berliner Senatsjustizverwaltung und vom Bundesministerium der Justiz veranstaltet wird,
 haben jetzt bereits Vertreter  des vietnamesischen Justizministeriums und der vietnamesischen Justizakademie die Tagungsstätte in Wustrau besucht.

 
Angeführt wurde die Delegation von Dr. Truong Quang Vinh, dem stellvertretenden Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät an der Universität in Hanoi. In einem intensiven Fachgespräch tauschten sich die Gäste aus Vietnam mit Akademiedirektor Frank Jüttner und Verwaltungsleiterin Christiane Uckrow zu konzeptionellen Fragen der Justizfortbildung in beiden Ländern aus. Besonders beeindruckt waren die Gäste auch von dem Charme Wustraus und dem geschichtsträchtigen Flair des Zietenschlosses, in dem die Wustrauer Tagungsstätte ihren Sitz hat.
Der Besuch in Wustrau war Teil einer Studienreise, die von der Deutschen Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit (IRZ) organisiert wurde.



Fontanes Frauen im Wustrauer Schlosspark

Theodor Fontane beginnt seine berühmten „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ bekanntlich mit der Beschreibung des Schlosses in Wustrau, das seit 1993 der Deutschen Richterakademie als Tagungsstätte dient. Jetzt war der große Dichter mit einer Fotoinstallation in dem zur Tagungsstätte gehörenden Schlosspark nach Wustrau zurückgekehrt.


Es ist auffällig, dass die großen Romane und Novellen Fontanes nahezu ausschließlich um Schicksale von Frauen kreisen. Frauen, die oft unglücklich werden, weil sie gegen gesellschaftliche Konventionen ihrer Zeit ihren Sehnsüchten und ihrer Liebe nicht widerstanden haben. Frauen, denen - so scheint es - in der Großartigkeit ihrer Ansprüche und in ihrer Verletzbarkeit nicht nur Fontanes Interesse, sondern auch Fontanes ganze Zuwendung gilt. Bilder von Frauen unserer Zeit in der Anmutung berühmter Fontaneheldinnen (Frau Jenny Treibel, Stine, Melanie) konnten für 5 Wochen als großformatige Fotografien des Neuruppiners Dirk Mahler vor der Kulisse des Zietenschlosses betrachtet werden. Naturaufnahmen von Carola Martin ergänzten die in der Parkanlage präsentierten Porträts. Die Ausstellung war ein Projekt im Rahmen des Themenjahres Kulturland Brandenburg 2010: „Mut und Anmut. Frauen in Brandenburg-Preußen.“



Deutsch-Chinesisches Richterseminar 2010 in Wustrau

In Zusammenarbeit mit der chinesischen Justizakademie, dem National Judges College in Peking, und der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ), fand in der Tagungsstätte Wustrau das dritte deutsch-chinesische Richterseminar statt. Die Premiere erlebte das Seminar vor zwei Jahren in Wustrau, die zweite Veranstaltung fand 2009 in Peking statt. Jetzt kehrte die von der hessischen Justizverwaltung veranstaltete Tagung, die Teil des von den Bundesregierung und der chinesischen Regierungen gepflegten Rechtsstaatsdialogs ist, an den Ruppiner See zurück. Im Zietenschloss wurde in Diskussionen und durch Fachvorträge das wechselseitige Verständnis für das jeweils andere Rechtssystem gefördert. Zur chinesischen Delegation gehörten Richter aus verschiedenen Provinzen. Sie wurde angeführt von Prof. Bi Yuqian, dem Präsidenten der Ausbildungsabteilung an der chinesischen Justizakademie.


 

Die russische Justiz und das russische Gerichtssystem: Informationen aus erster Hand in Wustrauer Tagung

Zum dritten Mal fand in der Tagungsstätte Wustrau, die in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit (IRZ) von der sächsischen Justizverwaltung ausgerichtete Tagung „Die russische Justiz und das russische Gerichtssystem“ statt. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bot sich die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Arbeit der russischen Gerichte und Staatsanwaltschaften und Aspekte der wechselseitigen Rechtshilfe zu informieren und auszutauschen. Als Referenten konnten in diesem Jahr Anna Sadofjeva, Richterin am Bezirksgericht St. Petersburg, Svetlana Dorofeeva, Präsidentin des Stadtbezirksgerichts Frusenskij aus St. Petersburg und Prof. Jurij Starilov vom Lehrstuhl für Verwaltungs- und Kommunalrecht an der Staatlichen Universität Voronezh gewonnen werden.




IRZ-Sudienreise führt Vertreter des Obersten Gerichts, der Generalstaatsanwaltschaft und des Justizministeriums der Republik Usbekistan nach Trier

In einem mehrstündigen intensiven Fachgespräch tauschten sich Fortbildungsverantwortliche des Obersten Gerichts, der Generalstaatsanwaltschaft und des Justizministeriums der Republik Usbekistan mit Akademiedirektor Frank Jüttner und Verwaltungsleiterin Andrea Meyer in der Tagungsstätte Trier zu Fragen der Richter- und Staatsanwaltsfortbildung aus.
Auf Wunsch der Kolleginnen und Kollegen aus Taschkent gehörte die Deutsche Richterakademie zu den Stationen einer von der Deutschen Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit (IRZ) organisierten Informationsreise, die die Delegation u.a. zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg und zum Ministerium der Justiz Rheinland-Pfalz in Mainz führte.
Angeführt wurde die Delegation von Frau Dr. Dilbar Scholdabajewna Sujunowa vom Obersten Gericht Usbekistans, die - als höchste usbekische Strafrichterin - auch am Justizfortbildungszentrum des usbekischen Justizministeriums in Taschkent lehrt. Frau Dr. Sujunowa betonte die Bedeutung, die der Justizfortbildung bei den Reformvorhaben der Justiz in Usbekistan zukomme, und dankte der Deutschen Richteraka-demie für den Erfahrungsaustausch, der unter Einbindung der IRZ fortgesetzt werden soll.


 

 

Chinesische Fortbildungsexperten besuchen die Tagungsstätte Trier

Trier gilt auch in China als deutsches Zentrum der Justizfortbildung. Die Deutsche Richterakademie genießt in der Volksrepublik einen ausgezeichneten Ruf. Die Tagungsstätte Trier erhielt jetzt Besuch von 26 mit Aus- und Fortbildungsfragen befassten Justizvertretern aus allen chinesischen Provinzen. Angeführt wurde die Delegation, die sich auf einer dreiwöchigen Informationsreise durch Deutschland befand, von Yan Fuzeng, dem stellvertretenden Generaldirektor des Justizprüfungsamtes beim chinesischen Justizministerium.


Die Deutsche Richterakademie ist seit 2008 in den von der Bundesregierung und der chinesischen Regierung geführten Rechtsstaatdialog eingebunden. Jährlich finden an der Akademie und in Peking deutsch-chinesische Tagungen für Richter und Staatsanwälte statt, die der Förderung des wechselseitigen Verständnisses beider Rechtssysteme dienen.


Akademiedirektor Frank Jüttner und Verwaltungsleiterin Andrea Meyer stellten den Gästen aus dem fernen Osten Aufbau und Programm der Deutschen Richterakademie vor. Die Delegation zeigte sich vom ausgefeilten Fortbildungsangebot und der Ausstattung der Tagungsstätte beeindruckt.





Freundeskreis „Schlösser und Gärten der Mark“ präsentiert Monographie zu Schloss Wustrau – Festliche Vorstellung der kunsthistorischen Schrift in der Tagungsstätte Wustrau

Schloss Wustrau, seit 1993 Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie, steht im Mittelpunkt des Heftes 111, das in der Schriftenreihe des Freundeskreises „Schlösser und Gärten der Mark“ erschienen ist. Die von der Berliner Kunsthistorikerin Dr. Stefanie Krause erarbeitete Monographie, in der auch der Wustrauer Gutspark und die Wustrauer Kirche betrachtet werden, ist in einer festlichen Feierstunde mit vielen interessierten Gästen, unter ihnen Fehrbellins Bürgermeisterin Ute Behnicke und der Vizepräsident des Brandenburgischen Oberlandesgerichts Wolf Kahl, auf Schloss Wustrau vorgestellt worden.


 

Das Heft „111“ habe natürlich einen besonderen Gegenstand der Betrachtung gefordert, meinte Akademiedirektor Frank Jüttner in seiner Begrüßung, um gleich festzustellen, mit Wustrau sei dieser aus seiner Sicht auch überzeugend gefunden worden. Die Vorsitzende des Freundeskreises, Dr. Sibylle Badstübner-Gröger, dankte Jüttner für die Möglichkeit das Wustrau-Heft an Ort und Stelle vorstellen zu können und berichtete in ihrem Grußwort über die Arbeit des Freundeskreises, die bereits mit dem Denkmalpflegepreis des Landes Brandenburg und dem Förderpreis der Deutschen Nationalstiftung ausgezeichnet wurde.

Den Festvortrag hielt selbstverständlich Dr. Stefanie Krause selbst. Sie berichtete kurzweilig, unterhaltsam und gleichzeitig informativ über die Verdienste des legendären Landrats der Grafschaft Ruppin, Friedrich von Zieten, der als Erbe nach seinem Vater, dem noch viel legendäreren General Hans Joachim von Zieten („Zieten aus dem Busch“), Herr auf Wustrau geworden war. Frau Dr. Krause warb sympathisch dafür, mit dem Landrat weniger streng umzugehen, als es Fontane in seinen „Wanderungen“ getan habe. Der sei dann doch zu sehr Verehrer des berühmten Husarengenerals gewesen und habe den Sohn vielleicht doch etwas ungerecht an der Größe des Vaters gemessen.

Das mit ausdrucksstarken schwarzweiß Aufnahmen des Fotografen Volkmar Billeb illustrierte Heft kann in den beiden Tagungsstätten der Deutschen Richterakademie in Wustrau und Trier, beim Freundeskreis „Schlösser und Gärten der Mark“ und im Buchhandel (ISBN Nr. 978-3-941675-14-8: „Schlösser und Gärten der Mark - Wustrau“, herausgegeben von Sibylle Badstübner-Gröger) erworben werden.




Fremdsprachliches Tagungsangebot in der Tagungsstätte Trier wird erweitert – Englisches und französisches Recht jetzt mit 3 Modulen - Ab 2011 auch Angebot zum spanischen Recht

Die Programmkonferenz der Deutschen Richterakademie ist dem Vorschlag der Akademieleitung gefolgt und hat eine Erweiterung des fremdsprachlichen Tagungsangebots beschlossen: Die Tagungen zum englischen und französischen Recht werden jeweils um ein drittes Modul erweitert, ab 2011 wird erstmals eineTagung zum spanischen Recht angeboten. Die Tagungen sollen im ersten Modul Grundkenntnisse der jeweiligen Rechtssprache und des jeweiligen Rechtssystems vermitteln, die in den folgenden Modulen vertieft werden.

Die erste Tagung „Droit Français III“, die von der Deutschen Richterakademie in Zusammenarbeit mit der Universität Trier angeboten wird, findet vom 17. bis zum 23. Oktober 2010 in der Tagungsstätte Trier statt. Eine Tagungskurzbeschreibung finden Sie unter Jahresprogramm/Jahreprogramm 2010.
Die in Zusammenarbeit mit der Norwich Law School an der University of East Anglia angebotene Tagung „English Law III“ wird erstmals vom 12. bis zum 17. Dezember 2011 in Trier stattfinden.
Bei der Durchführung der Tagung „Derecho Español“ kooperiert die Deutsche Richterakademie mit der Universität Münster und bietet das erste Seminar vom 16. bis 21. Mai 2011 in Trier an.

Die Teilnehmerplätze werden - wie auch sonst - nach Ausschreibung der Tagungen auf Ihre Bewerbung bei der in Ihrer Justizverwaltung zuständigen Stelle vergeben.



 

Ferdinand von Schirach liest in Wustrau aus „Verbrechen“

Sein Erzählband „Verbrechen“ (Piper Verlag München) ist von der Kritik einhellig als das literarische Debüt der letzten Jahre gefeiert worden. Die FAZ sprach sogar von einem „atemberaubenden“ Erstling und das ARD-Magazin „titel, thesen, temperamente“ lobte das Debüt als „faszinierende Auseinandersetzung mit dem Thema Schuld“. Ferdinand von Schirach, der bis dahin vor allem als Berliner Strafverteidiger bekannt war, konnte 2009/2010 mit seinem Erstlingswerk über Monate Spitzenplätze auf den Bestsellerlisten behaupten.

Wenige Tage nach Zuerkennung des Kleist-Preises 2010 (frühere Preisträger waren u.a. Else Lasker-Schüler, Bertolt Brecht, Heiner Müller und Herta Müller) las Ferdinand von Schirach auf Schloss Wustrau, der Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie, zwei seiner Erzählungen und diskutierte den von ihm literarisch verarbeiteten Sachverhalt auch unter juristischen Gesichtspunkten mit den Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern.

Ferdinand von Schirach schreibt seit kurzem monatlich eine Kolumne im „Spiegel“. In seinem ersten Beitrag für das Nachrichtenmagazin nimmt er die Lesung in der Deutschen Richterakademie in Wustrau und die am selben Tag verkündete Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zum Anlass, seine Sicht zum Fall des Mörders Magnus Gäfgen darzustellen. Von Schirachs zweites Buch „Schuld“ erscheint im Herbst.

 


Die Programmkonferenz verabschiedet auf ihrer Sitzung in Hamburg das Jahresprogramm 2011

Unter dem Vorsitz der Justizbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg fand in der Elbmetropole die zweite Sitzung der Programmkonferenz der Deutschen Richterakademie im Jahr 2010 statt. Im Mittelpunkt standen die abschließenden Beratungen zu den Themen der Herbstakademie 2010 und die Verabschiedung des Jahresprogramms 2011.

Die 8 Tagungen der Herbstakademie finden in diesem Jahr vom 4. bis zum 8. Oktober und vom 11. bis zum 15. Oktober 2011 in Trier und Wustrau statt. Aus Anlass des 30. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Vietnam wird eine deutsch-vietnamesische Tagung stattfinden. Zudem werden Seminare zur Vorratsdatenspeicherung, zum FamFG, zum Ausländerrecht, zum Thema kindliche Traumatisierung und Bindung bei häuslicher Gewalt, zum Insolvenzrecht, zum Beamtenrecht und zu Hassdelikten im Internet angeboten. Eine Übersicht und Kurzbeschreibungen aller Tagungen finden Sie in Kürze auf der DRA-Homepage. Die Tagungen werden voraussichtlich ab Juli 2010 durch die Justizverwaltungen ausgeschrieben.

Das Jahresprogramm wird 2011 neben bewährten, besonders stark nachgefragten und in einzelnen Tagungsabschnitten aktualisierten Seminaren eine besonders große Anzahl neuer Tagungen enthalten.
Neu konzipierte Tagungen werden u.a. zum FamFG, zum Transportrecht, zum Strafvollstreckungsrecht (Gefängnismedizin), zu arbeitsrechtlichen Themen, zum Presse- und Äußerungsrecht, zum Jugendstrafrecht, zum Urheberrecht, zu Fragen der Selbstverwaltung, zum Steuerstrafrecht, zum englischen und zum spanischen Recht angeboten. Das Jahresprogramm 2011 wird voraussichtlich Ende August auf der DRA-Homepage veröffentlicht.

Strafrechtspflege in Europa: Bulgariens Justizministerin und internationale Experten in Wustrau

Bereits zum 16. Mal fand in der Tagungsstätte Wustrau die vom Bayerischen Ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz veranstaltete Tagung „Strafrechtspflege in Europa“ statt, die zu den besonders stark nachgefragten Seminaren im Jahresprogramm der Deutschen Richterakademie zählt. Expertinnen und Expertenen aus 9 Ländern diskutierten mit den Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern Fragen zum Strafprozessrecht der verschiedenen Staaten, um im immer stärker zusammenwachsenden Europa das für die justizielle Zusammenarbeit erforderliche Verständnis zu stärken.


Prominenteste Referentin im Reigen der hochkarätigen Expertenrunde war Bulgariens Justizministerin Margarita Popova. In ihrem Vortrag stellte Frau Ministerin Popova bereits durchgeführte und beabsichtigte Reformvorhaben vor, die u.a. die verstärkte Einbindung der Polizeibediensteten in die Ermittlungen für den Aufbau einer modern ausgebildeten Kriminalpolizei, die Beurteilung aller fallbezogenen Erkenntnisse im Rahmen des freien richterlichen Ermessens, die Beschleunigung des Ermittlungsverfahrens und die Abschaffung der Förmlichkeit betreffen.
Neben den Grundzügen des bulgarischen Strafprozesses wurden durch Dr. Eckart Rainer (Leitender Oberstaatsanwalt a.D. in Innsbruck) der österreichische, durch Piet-Hein Cremers (Hoofadvocaat-General a.D. in Warmsveld) der niederländische, durch Dr. Margit Fliri (Leitende Staatsanwältin beim Jugendgericht in Bozen) der italienische, durch José Miguel Garcia Moreno (Ministerialrat bei der Spanischen Richterschule in Madrid) der spanische, durch His Honour Judge Alan Greenwood (Resident Judge am Harrow Crown Court) der englische, durch Jean-Francois Bohnert (Procureur de la République Adjoint am Tribunal de Grande Instance de Dijon) der französische und durch Dr. Viktor Böhm (Bezirksstaatsanwaltschaft Eger) der tschechische Strafprozess vorgestellt.

Gewohnt souverän und mit großer professioneller Sachkenntnis führte der langjährige Tagungsleiter Vizepräsident des Landgerichts a.D. Günter Müller (Amberg) durch die Tagung, die in dieser Form zum letzten Mal durchgeführt werden konnte. Leitender Ministerialrat Helmut Palder war aus München zur Unterstützung der Tagungsdurchführung angereist und um Günter Müller und den internationalen Expertinnen und Experten, die sich seit Jahren als Vortragende für das Seminar zur Verfügung stellen, zu danken und sie gebührend zu verabschieden. Von den Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern wurden sie mit lang anhaltendem, herzlichem Applaus verabschiedet.


Fliederfest in Wustrau: Tag der offenen Tür im Zietenschloss

Viele kennen Wustrau als „Dorf des alten Zieten“, des legendären, schon von Fontane besungenen Husarengenerals unter Friedrich II. Nahezu jede Richterin und Staatsanwältin und jeder Richter und Staatsanwalt in Deutschland kennt Wustrau als Sitz einer der beiden Tagungsstätten der Deutschen Richterakademie. Nicht ganz so bekannt dürfte sein, dass Wustrau das brandenburgische Fliederdorf ist.
 
Das Fliederfest zieht jedes Jahr viele Gäste aus Nah und Fern an und lockt zu einem Besuch ins schönste Dorf am Ruppiner See. Dieses Jahr ließen sich die Besucher nicht einmal von dem Dauerregen abhalten, die Darbietungen auf der Bühne am Dorfanger zu genießen und sich an den liebevoll geschmückten Ständen und Buden zu informieren und mit vielerlei kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen zu lassen.
Ein Höhepunkt des Fliederfestes ist traditionell auch der Tag der offenen Tür im Zietenschloss, der Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie. Viele Gäste ergriffen die Gelegenheit und ließen sich von Verwaltungsleiterin Christiane Uckrow über die Geschichte des Schlosses, seiner früheren Bewohner und die Arbeit der Deutschen Richterakademie bei den stündlichen angebotenen Führungen berichten. 


Strategien zur Bekämpfung des Rechtsextremismus: Podiumsdiskussion mit Justizstaatssekretär Dr. Oehlerking, Innensenator Dr. Körting und anderen Experten in Wustrau

Zum Abschluss der diesjährigen, vom niedersächsischen Justizministerium veranstalteten Tagung „Rechtsradikalismus und Neonazismus – Neueste Tendenzen“ fand in der Tagungsstätte Wustrau eine von Justizstaatssekretär Dr. Jürgen Oehlerking geleitete Podiumsdiskussion statt. Berlins Innensenator Dr. Ehrhart Körting, der Koordinator für die Geheimdienste im Bundeskanzleramt, Ministerialdirektor Günter Heiß, Oberstaatsanwalt Dr. Ralf Wehowsky (Generalbundesanwaltschaft), Prof. Dr. Hajo Funke (Freie Universität Berlin) und die Leiterin der Koordinierungsstelle „Tolerantes Brandenburg“, Angelika Thiel-Vigh, diskutierten Strategien zur Bekämpfung des Rechtsextremismus.



Parteienverbot, Änderungen im Strafrecht, Aufklärung und bürgerschaftliches Engagement in der Zivilgesellschaft waren nur einige Aspekte die in der Diskussion beleuchtet und erörtert wurden. Innensenator Dr. Körting sprach sich gegen eine Verschärfung von Strafgesetzen und Vorschriften des Versammlungsrechts aus und betonte die gesellschaftliche Verantwortung, die in allen Bereichen wahrzunehmen sei, wobei er an der Notwendigkeit eines entschlossenen Vorgehens der staatlichen Organe im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten keinen Zweifel ließ. „Die Strafjustiz ist weder ein Allheilmittel noch ein Kampfmittel“, betonte Dr. Wehowsky in seinem Eingangsstatement und plädierte für eine differenzierte Betrachtung, bei der strafrechtliche Androhungen und Sanktionen nur als ein Element bei der Bekämpfung des Rechtsextremismus zu werten seien. Prof. Dr. Funke wies darauf hin, dass das gesellschaftliche und politische Klima auf allen Ebenen, gerade auch in den Elternhäusern und in den Schulen, ein wesentlicher Faktor sei. Er hob hervor, dass gelungene Beispiele für Zivilcourage, etwa die Aktionsbündnisse in verschiedenen brandenburgischen Städten, „Eisbrecherfunktion“ haben können und daher auch Unterstützung durch die Politik verdienen.     

 

Perspektiven schaffen - drogenfrei leben: „Die Fleckenbühler“ informieren über ihre Arbeit in Wustrau


„Wir helfen süchtigen Menschen - sofort, konkret und dauerhaft. Eine offene, konsequent nüchterne Gemeinschaft: Das sind wir Fleckenbühler. Unser Angebot ist einfach: Wir nehmen Menschen mit Suchtproblemen sofort bei uns auf. Und dann helfen wir ihnen, dauerhaft suchtfrei und selbstbestimmt zu leben.“ So beschreibt der gemeinnützige Verein „Die Fleckenbühler“ die selbstgewählte Aufgabenstellung.




Im Rahmen der diesjährigen jugendstrafrichterlichen Tagung in Wustrau informierten Mitglieder des Vereins über ihre Arbeit, für die sie 1984 mit der Bewirtschaftung des Hofes Fleckenbühl den Grundstein als Selbsthilfeorganisation gelegt haben. Seit 2004 arbeitet der Verein mit seinem Haus in Frankfurt am Main auch im Bereich der Suchthilfe im großstädtischen Umfeld. 2004 wurde die Fleckenbühler Jugendhilfe ins Leben gerufen, ein Projekt für Jugendliche und junge Erwachsene mit Suchtproblemen, das in seiner Kombination aus Suchthilfe und Pädagogik bundesweit einmalig ist.
Weitere Informationen unter www.diefleckenbuehler.de.